Die ersten 4 km des 20ten Tages habe ich schon hinter mir, obwohl ich gestern Abend noch dachte, dass es keinen Morgen Meer für mich auf dem  Camino de Santiago geben würde. Werde in der Bar A Souteleira Sendero del Peregrino ( facebook: asouteleiradesantiago ) in vielerlei Hinsicht bei guter Musik  (Rod Stewart) 

  

 frühstücksmäßig verwöhnt und nehme mir die Zeit für diese Zeilen. In Kürze die Geschichte meines gestrigen Beinahe-Untergangs oder auch:  Wie aus dem Caminopilger auf dem Weg nach Laza um ein Haar LAZARUS wurde. Den Fehler habe ich eigentlich schon zuhause gemacht. Nahezu 3500 km Caminogeschichte, warum sollte ich mich  da näher mit dem Camino Sanabres beschäftigen. Hochnäsig bis verantwortungslos würde ich im Rückblick sagen. Klar, ich wußte, dass es lange 36 km über die unzähligen galicischen Hügel werden. Was 2.200 Höhenmeter an einem Tag kräftemäßig für meinen Körper bedeuten, habe ich fatal unterschätzt. Die letzten 6 km des Tages waren ein Disaster. Alle 500 Meter musste ich den Rucksack ablegen. Pause. Filmriss bei km 33. Ich lege mich ins Gras und kann nicht Meer. By the way heute habe ich dadurch die Arme von unzähligen Moskitostichen verziert! Ein Reiter kommt auf seinem Pferd vorbei. Erkennt meinen Erschöpfungszustand und kündigt an, dass er mich mit dem Auto abholen und zur Albergue bringen würde. Nicht mehr ganz von Sinnen willige ich ein und bin in dem Moment wo er mit seinem Pferd davonbraust totunglücklich. Auf 4.000 Caminokilometern habe ich so was als Fußpilger noch nicht gemacht. Ich warte ungefähr 15 Minuten auf dem Boden liegend auf ihn. Es fängt heftig an zu regnen. Der Retter ist immer noch nicht in Sicht und ich ziehe weiter, verlaufe mich konsequenterweise noch, erreiche dann aber irgendwann doch die Herberge. Völlig ausgebrannt setze ich mich mit leerem Gesichtsausdruck auf den erst besten Stuhl und eine amerikanische Schicki-Micki-Pilgerin hat nichts Besseres zu tun als mich anzupfeifen, dass ich mit meinem Schweiß ihr Shirt, das wohl an der Rückenlehne hing,  verschmutzen würde. Bon Camino in Richtung USA sage ich. Ich bin zu schwach um die Dame einzunorden. Dafür habe ich SIE heute wo es mir wieder viel besser geht keines Blickes gewürdigt. Das ich wieder auf den Beinen stehe habe ich meinem österreichischen Mitpilger Johann zu verdanken. Er reichte mir Magnesium und Traubenzucker und meinte, dass er solch einen Tag auch schon hatte.

2.200 Höhenmeter in einer Etappe. Mann muß schon ein bisschen verrückt sein um diesen Camino Sanabres zu laufen.

Bei Francisco bedanke ich mich für das besonders liebevolle Frühstück! hurra ich lebe noch …

Viva la vida! Viva La Galicia!

  
Die Bilder des gestrigen Tages:

   
                              

  

  

     

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Verfasst von: caminopilger | 13. Juni 2015

Camino de Santiago Tag 19 13.06.2015 A Gudiña – Laza 36 km

 


@Caminopilger: Wenn Mann seine Kräfte falsch einschätzt wird aus dem Pilger schnell ein Esel. Stehe vor dem Aus! #Laza Tag 19 36km.

Liege völlig fertig in der Herberge, null Antrieb, überhitzt, Schmerzen ohne Ende. Diese Etappe habe ich nicht ordentlich vorbereitet.

Morgen an dieser Stelle Meer, ob es überhaupt weitergehen kann.

LG dC

Keine Fotos des Tages ( werden nachgereicht!)

Verfasst von: caminopilger | 12. Juni 2015

Camino de Santiago Tag 18 12.06.2015 Lubián – A Gudiña 24 km

  
Hombre, was hatten wir auf dem Camino de Madrid schon für Temperaturen. Gleich 200 ml Sonnenmilch musste ich hier vor Ort auf einmal nachordern, so sehr pellte sich die Haut in der prallen Sonne. Und heute? Nichtsahnend in kurzer Monitur aus der Herberge hinausgehüpft,  erwischten mich die Minustemperaturen in eisigen  1.300 Meter Höhe. Ich staunte Eisklötze, als ich das gefrorene Gras und die vereisten Blumen im Berg sah. Selbst die Moskitos lagen erfroren auf dem Rücken. Leicht deplatziert wirkte da mein sommerlich kurzes Odlo-Höschen. Da muss Mann als Pilger durch, schließlich war ich ja erneut gedopt ins Tagesrennen um das grüne Pilgertrikot gegangen. Gewonnen habe ich den Tagespreis natürlich wieder einmal nicht, aber ich bin nach 24 km langer Strecke in A Gudiña, Galicia, 485 km enfernt von Madrid, 205 Km vor Santiago de Compostela, angekommen und das zählt. Die Schmerzen im operierten linken Knie hielten sich erfreulicherweise wieder in Grenzen. Schulnote: befriedigend plus! Der heutige frühmorgendliche Anstieg wollte gar nicht Meer  enden. Unter dem Strich war die Etappe wesentlich schwieriger als gedacht, aber im Vergleich zu dem morgigen 36 km langen Brocken nur ein leichter Aufgalopp.  

 Treffe mich gleich mit Giorgio dem Zweiten ( der erste Giorgio ist mir längst abhandengekommen…) und Mauro aus Turin zum Dinner. Denn nur mit Smarties allein, bewegst du hier keinen Pilger auf dem Camino de Santiago! A Gudiña ist leider ein tief grauer,  besonders trauriger Ort. Aber auch das soll bei den Etappenzielen auf den Jakobswegen manchmal vorkommen. 

Hauptsache, sie kochen gescheit!

Das schöne Wetter kommt ganz von allein zurück.

Wetten, dass….?

   
 Buenos tardez desde A Gudiña, Galicia

dC

Die Bilder des Tages:

   
                                             

         

   

  

  

  

  

   

    

  
Gestern zu Tode betrübt, heute Himmel hoch jauchzend. Es ist nicht so einfach mit „einem“ Zwilling auf dem Camino de Santiago und auch in der sonstigen urbanischen Welt da draußen. Fragt mal mein Jadeglück … . Aber, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Fangen wir mal mit dem Rudimentären an: Der Berg entpuppte sich als besserer Hügel. Kein Wunder, nach dem ich auf dem Camino de Madrid vor knapp 14 Tagen doch schon einen 2.000er Giganten erklommen hatte. Was sollte danach höhenmetermäßig noch als Steigerung auf mich warten? Die eingeworfenen Smarties verfehlten heute glücklicherweise nicht ihre Wirkung und so wurde diese kurze „Hügel-Etappe“ mit ihrer regenerativen 17 km langen Strecke ein wahrer Glücksfall für mich. Von den Schmerzen des Vortages blieben höchstens 10%, die mir den „Camino de Voltaren“ bei bestem Pilgerwetter nicht beeinträchtigten. Unterwegs lernte ich Mauro und Giorgio (den Zweiten!) aus Turin kennen. Die bekennenden Anhänger des FC Turins wußten sogar von Spielen ihres Teams gegen meine Mönchengladbacher Borussia zu berichten. Das passte! Da beide ein ähnlich „rasantes“ Pilgertempo an den Tag legten wie ich, trudelten wir als Schlußlichter im zauberhaft schönen,  mittelalterlichen Lubián ein. Ich steige in der gut bevölkerten Herberge ab. Giorgio und Mauro ziehen ein privates Hostal der Albergue Municipal vor. Alles im Lack könnte Mann meinen. Aber weit verfehlt, ich bin noch längst nicht über alle 7 Berge bis Santiago de Compostela. Frei nach dem Magier Lucien Favre konzentriere ich mich nur noch auf den nächsten Tag, de facto die morgigen 24,2 Kilometer nach La Gudiña, die ich sicherlich wieder mit einem tiefen Griff in die Smarties-Schachtel eröffnen werde. Manuel, meinen  47-jährigen spanischen Mitpilger aus Madrid habe ich soeben in der Küche des präventiven Ibuprofen-Konsums überführt. Ohne Doping läuft hier gar nichts! Dabei sind wir bekanntlich nicht als Teilnehmer der „Tour de France“ gemeldet sondern „nur“ Peregrinos auf dem Camino Sanabrés.

Die Fotos des Tages aus Lubián:

  

  

  

  

  

  

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444 km von Madrid, ca. 30 km von der portuguisischen Stadt Bragança entfernt, verstärken sich die Selbstzweifel. Bin in einer privaten Herberge am Zielort in Requejo de Sanabria untergekommen. Von 20 Betten sind 18 Betten frei.   Am anderen Ende des Schlafsaals liegt Ina, 75 Jahre alt, wohnhaft in der Bretagne, aufgewachsen in Duisburg. 

  Im Gegensatz zu mir geht es  Ina blendend. Sie hat mir dankenswerterweise ihre Schmerzsalbe für mein hinkendes Knie überlassen und meinte, dass ich so langsam mal die Smarties aus dem Gepäck holen sollte. Mein letzter Joker namens „Voltaren Dispers“ ist nunmehr angebrochen. Ärgere mich sehr, dass es offensichtlich nicht mehr anders geht. Gelobe Besserung und verspreche, dass ich im Jahr einer Operation keinen Camino Meer laufe. Garantiert! Auf der heutigen Regenetappe hatte ich selten den Durchblick. Aufgrund der bedrohlichen Gewitterlage und des Dauerregens blieb das iPhone zumeist im Handgepäck verstaut. Dem entsprechend spärlich fällt heute auch der Fotobeitrag aus. Drückt mir bitte die Daumen, dass ich es morgen mit den Smarties noch mal über den Berg schaffe. 

  
Hola aus Requejo de Sanabria

Der Caminopilger ( noch geht er …)

Die Fotos des Tages:

   
                     

  
Der erste sonnenmilchfreie Tag zeigte mir erneut meine Grenzen auf. Eins ist nach der heutigen Etappe auf jeden Fall klar: Der gezuckerte galicische Oreju taugt nicht als Energiespender für müde Pilger! 

So schön wir gestern Abend auch zusammensaßen,  

 so sehr habe ich heute am Tag auch gelitten. Die amerikanisch/holländisch/spanische  Pilgervereinigung war super sympathisch und deutlich trinkfester als meine Wenigkeit. Lieferten Sie doch heute mal glatt ne 42km Etappe ab. Bei mir und auch dem Fußblasen belasteten Spanier Manuel siegte die Vernunft. Wir stiegen bei Tageskilometer 27 ermattet aus und waren sehr froh in der 6 Betten-Herberge in Asturianos eine Koje ergattert zu haben. 
Die vorangegangen 2 Wochen haben leider Spuren bei mir hinterlassen. Die Phantomschmerzen im Knie sind zurück, beide Fußoberseiten übersäht mit Moskitostichen und das Kaninchen von gestern Abend hat mich auch nicht schneller gemacht! 

 
Tagsüber schmierte ich mir wiederholt mit der Arnikasalbe vom Ex-Physio des Ex-Tripple Siegers FCB, Dr. Müller-Wohlfarth, das Knie zentimeterdick ein. Unter dem Strich bin ich jedoch Santiago de Compostela wieder 27 Kilometer näher gekommen und das ist gut so!! 416 von insgesamt 685 Kilometern liegen von Madrid aus betrachtet hinter mir. Ich verrate kein Geheimnis, dass ich keine Lust verspüre, morgen noch mal die Strecke von Beginn an in Angriff nehmen zu wollen. Als Pilger schaut man eher seltener zurück. Man ist fokussiert auf das Erreichen des jeweiligen Tageszieles. Muss ja auch nur noch gut 10 Tage lang auf die Zähne beißen und wenn gar nichts mehr geht greife ich auf die Reiseapotheke zurück und „verschreibe“ mir die Voltaren Dispers Tabletten, von denen ich bis dato keine einzige verköstigt habe. Es soll hier auf dem Camino Sanabrés Pilger geben, die diese und andere Tabletten wie Smarties reinwerfen. Noch ist es bei mir nicht so weit!!

Es hat angefangen heftig zu regnen. 

Willkommen in Nordspanien!

Die Fotos des Tages aus Asturianos:
   
                   

  

   

 Streiche Mombuey und setze dafür Rionegro del Puente. Um 14:00 Uhr fiel der Stift. Wieder kein Schatten. 8 Stunden und 28 Kilometer lang  geschwitzt,  da konnte ich der Versuchung nicht widerstehen und verlegte das Etappenziel kurzerhand um 8 km nach hinten. Um nicht schon wieder, siestabedingt, stundenlang auf das Essen zu warten,  bin ich gleich aus der Dusche der zentral gelegenen Herberge ins gegenüberliegende Restaurante „Asociación Gastronómica Me gusta comer“  gehüpft   

 und werde verwöhnt wie ein Pilgerkönig. Für 10€ blind das Menue del dia bestellt  

 und nichts bereut! Bin der einzige Gast und werde von Köchin und Chef super bewirtet. Als Vorspeise eine galicische Thunfischpaste,

anschließend galicische Wirsingsuppe mit weißen Bohnen  

 und dazu ein Estrella Galicia. Bin ganz gespannt auf den Hauptgang.  Ich bitte bei diesem Gaumenschmaus zu entschuldigen, dass ich nach langer Zeit mal wieder ein paar Bilder von meinem Schlemmeressen hochlade… . 

Zum Hauptgang gab es dann einen exotischen Salat mit tropischen Früchten und 2 wunderbar gewürzten Schmetterlingsteaks.  

 Mandeleis und Tiramisu zum Nachtisch 

begleitet von einem Espresso und einem Orujo (Orujo de Galicia ist ein Schnaps mit großem Charakter sowie intensivem, delikatem und harmonischem Aroma, der tief in der galicischen Kultur und Folklore verwurzelt ist)  

 sorgten für ein perfektes Finish. Jetzt kann von mir aus die Siesta beginnen. Denn Sie haben es sich Meer als verdient. Bin ich müde …. .Hombre, das Leben als Pilger kann schon anstrengend sein.

Die übrigen Fotos des Tages aus Rionegro del Puente:

   
                                      

 

Wie kam die Hummel oben auf das Bild des Tages, oder warum ich in Santa Marta de Tera nicht gänzlich unglücklich bin.

Sitze um 16:30 mit der kartenspielenden Dorfjugend in einer von zwei Kneipen. Die andere ist nicht geöffnet. 2 Flaschen Buckler 0,0 %Alc vor mir auf dem Tisch zum regenerieren.

Essen kann MANN erst um 19:30 Uhr. Jetzt wird erstmal gezockt. Bin schon sehr glücklich über den ausnahmsweise gereichten Teller Käse, der den hungrigen Pilgermagen zur Ruhe bringen soll. Irgendwie bekomme ich die Zeit schon um; Kirchgang ist gegen 18:00 Uhr in der Nähe der Albergue angesagt. Kein Comeback des Lebens, aber wer die Kirche um diese Zeit nicht aufsucht … bekommt keinen Stempel ins Credencial del Peregrino und da ich gestern in der Herberge von Benavente schon keinen Stempel ergattern konnte werde ich mir den Tintenabdruck wohl oder übel im Gotteshaus abholen. Ansonsten glauben die im Pilgerbüro von Santiago de Compostela in zwei Wochen auch noch, dass ich als busfahrender Pilger meine wenigen Stempel einsammeln würde.

 
Die Herberge hier im Ort ist erstaunlich gut gefüllt. Mindestens sieben neue erschöpfte Pilger, die überwiegend in Sevilla gestartet sind, liegen schnarchend in den Hochbetten und Giorgio der freundliche Italiener, dem ich zu verdanken habe, dass mein Camino 2015 in der Gesamtstrecke 15 Kilometer kürzer als geplant sein wird, da ich ja über Benavente auf den Camino Sanabres gestoßen bin. 361 km habe ich jetzt schon in den Beinen. 325 weitere km warten auf mich in den nächsten 12 Tagen. Zur Strecke von heute sage ich nicht all zu viel. Ich habe ein wenig geflucht, befand ich mich doch auf dem Camino Sureste so manches Mal auf dem steinigen Holzweg und musste den eingeschlagenen Pfad wieder verlassen, da mich die gelben Pfeile  in die Irre führten. Vielleicht lag es auch an meiner mentalen Verfassung. Befinde mich offensichtlich mitten im Camino-Motivationsloch und das, obwohl doch heute die erste Halbzeit meines 2015 er Camino abgepfiffen wurde und Bergfest mit den spanischen Skatbrüdern gefeiert werden dürfte. Ein wenig Schatten würde mir morgen schon helfen.   

Hola aus Santa Marta de Tera

Der hungrige Caminopilger!

Die Fotos des Tages: (by the way: komische Vogelscheuchen in knallroten Adidas-Jacken haben sie hier auf dem Lande…):

   

                              

  

         

 

   

Ausnahmsweise ein zweiter Blogeintrag um den Toros gerecht zu werden. Mir hat ein armer Stier gereicht um den Schauplatz zu verlassen und mich mit dem FC Barcelona und Marc Andre zu beschäftigen.

Ein wildes unverständliches Treiben in der Stadt Benavente… .

Die Bilder zur Fiesta:

              

        

Aktuelle Fotos/Videos vom Camino: http://twitter.com/caminopilger

 
Manchmal wird MANN zu seinem Glück gezwungen! Hätte ich gestern nicht Giorgio getroffen, wäre ich nie im Leben in Benavente gelandet.  

 Hier wird heute eine Fiesta gefeiert und die nehm ich dann einfach mal mit, bevor es morgen auf den Verbindungsweg zum Camino Sanabrés geht. Ziel wird am morgigen Nachmittag nach erneut 31 km langem Weg das Örtchen Santa Matya de Tera sein.  Der heutige Tag ist schnell erzählt. Ein Paradies von Sandboden, da es überwiegend durch Felder und Wiesen ging. Mein vom gestrigen Tag angeschlagenes Knie konnte sich auf diesem gelenkfreundlichen Parkett bestens erholen. Mitpilger gab es auch auf der letzten Etappe des Camino Sureste nicht, da Giorgio die Bude schon um 05:30 Uhr verlassen hatte und ich da noch nicht willens war aufzustehen. Am Zielort Benavente sind wir beide gemeinsam eingetrudelt und stürzen uns gleich ins Getümmel. Die ersten beiden Stiere werden um 19:00 Uhr in der Altstadt von Benavente losgelassen. Hoffentlich fließt kein Blut… Danach drücke ich MAtS (Mark Andre ter Stegen) die Daumen, dass er in Berlin Champions-League-Sieger wird. Hier in Benavente, 330 km von Madrid entfernt, hält man in der Mehrheit noch zu Real Madrid. Dieser Christiano hängt in jeder 2ten Bar an der Wand. Die Frauen ziehen ihn einem gewissen Messi vor, gleichwohl der Barca-Star eindeutig der beste Fußballer der Welt ist. Spanische Frauen …. sind eben so! Deutsche Frauen auch???

Die Bilder des Tages aus Benavente

DC

            

   

  

       

  

                        

 

Möchte mir nicht ausmalen, wenn der Stern mich den ganzen Tag bearbeitet hätte. Morgens war das Ganze wirklich noch erträglich. Von 33 Tageskilometern satte 26 auf der Straße zu laufen ist jedoch eine ausgesprochene Qual! Keine Pilger, keine Autos, noch nicht mal überfahrene Frösche auf dem Asphalt. Hombre,  was hab ich die VP-5504 verflucht! Völlig ausgelaucht bin ich hier in Villalpando angekommen und war erstmal erfreut in der Herberge mit Giorgio, einen 70-jährigen Pilger aus Italien zu treffen, der in Alicante als Fußpilger gestartet ist! Unglaublich mit welcher Freude er mir die 6 Personen-Herberge näher brachte und mich mit einem Einzelzimmer belohnte, da das zweite Bett nicht belegt ist. Wir beide sind allein in der Herberge. Völlig unvorbereitet bin ich hier auf einen weiteren Camino getroffen und zwar den Camino Sureste. Giorgio überzeugte mich schnell davon, meine ursprüngliche Planung, morgen nach Granja de Moreruela zu laufen, fallen zu lassen und stattdessen, wie er, auf dem Camino Sureste die nächste Etappe von Villalpando nach Benavente (31 km) zu laufen und von dort am darauffolgenden Tag  auf den Camino Sanabrés zu wechseln. So kann ich dann ab morgen nervenschonend wieder den gelben Pfeilen folgen und erspare mir eine weitere Asphaltos-Etappe. Mann,  bin ich heute fertig! Morgen geht es weiter auf dem … Camino Sureste!

Die Bilder des Tages:

   
   

     
      

                       

  

  

Es war ein ausgesprochen schöner Tag mit Jos auf dem Camino de Madrid. Leider aber auch der letzte, da sich unsere Wege schon morgen früh um sechs Uhr trennen werden. Während Jos Richtung Sahagún gen Norden weiterzieht, werde ich den Camino de Madrid 2 Tage vor seinem eigentlichen Ende  Richtung Westen verlassen. Jos läuft ab Sahagún den Camino Frances bis Leon weiter. Ich möchte, da ich den Camino Frances bereits im Jahr 2008 von Pamplona bis Santiago de Compostela gelaufen bin, etwas Neues kennenlernen und versuche mich die nächsten 2 Tage auf eigene Faust und ohne markierten Weg bis Granja de Moreuela durchzukämpfen um von dort in 14 Tagen Santiago de Compostela auf dem Camino Sanabres zu erreichen.  Damit steht  morgen als erstes ein Husarenritt von 33 km bis Villalpando auf dem sommerlichen Parkett an.

 Ich hoffe, dass mich mein Kartenmaterial auf dem iphone nicht im Stich lässt und lasse selbstredend an dieser Stelle von mir hören, wie es mir ergangen ist. Morgen soll es, oh Wunder, im Laufe des Vormittags erneut sehr heiß werden, darum haben der belgische Josef und ich beschlossen, so früh , wie eben nur möglich, aufzubrechen. Nächtigen werden wir heute im Nonnenkloster Convento St. Clara. Natürlich ohne einen weiteren Pilger am Tage kennengelernt zu haben. Es gibt SIE einfach nicht. Lediglich 3 andere Pilger auf einer Strecke von 265 Kilometern von Madrid bis  Medina de Rioseco getroffen zu haben, stellt für mich einen absoluten Minusrekord auf den Jakobswegen in Spanien dar. 

Der heutige Tag war am frühen Morgen erfreulicherweise noch sehr verträglich, da der Himmel uns die ersehnten Wolken für 3 Stunden auf unserem Weg durch Felder und Wiesen schenkte.

Mit den bisher durchschnittlich gelaufenen Kilometern und meinem Gesundheitszustand bin ich absolut zufrieden. Daneben möchte ich den Camino de Madrid aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit nach diesen Tagen als absoluten Geheimtipp bezeichnen dürfen.

Wünsche Jos und auch mir weiterhin einen, wenn auch getrennt verlaufenden, „Buen Camino“.

Hola aus Medina de Rioseco

DC
Die Bilder des Tages:

    

                

                                                  

 

Überraschende Entwicklungen in Mittelspanien! 

Aufgrund des divenhaftigen Verhaltens von Maureen hatte ich mich gestern Abend schon für eine separate Unterkunft entschieden. Frei nach dem Motto, Frau aus Australien weiß alles besser und hört konsequenterweise auch auf nix, musste ich für mein Pilgergleichgewicht diesen Weg gehen. Geärgert habe ich mich gestern beispielsweise darüber, dass SIE mir unterstellte, mit dem Bus gefahren zu sein. Was kann MANN dafür, dass SIE keine Karten lesen kann. Der arme Jos musste heute wieder dran glauben und übernahm die Betreuung auf dem Camino. Ich stand hingegen einsam und allein schon um 7:15 Uhr mit beiden Beinen auf dem Jakobsweg und genoß die endlose Ruhe in der Natur. Schmetterlinge, Vögel und die Landschaft standen im Mittelpunkt meines Interesses. Ich war sozusagen wieder auf Camino-Safari und das war gut so. 

Den angestaubten Zielort Perñaflor de Hornija erreichte ich bei einer Bullenhitze gegen 13:30 Uhr und besorgte mir im Ort die Schlüssel für die Herberge. Vor dem Sprung unter die erfrischende Dusche vernahm ich ein lautes Klopfen an der Außentür und öffnete diese. Ich erschrak ein wenig als ich SIE, Maureen, vor der Türe sah. Sie sah ein wenig aus, wie ein klappriges Gespenst, was wohl auf den Umstand zurückzuführen ist, dass ihren Erzählungen zufolge der zum späten Frühstück von Ihr verspeiste geräucherte Lachs wohl nicht mehr taufrisch war. Jos war um diese Zeit noch nicht mit im Gepäck. Der geduldige Belgier turnt immer noch in der Hitze herum… Die von ihm betreute Maureen hatte sich kurzerhand nach dem 2ten Stop ein Taxi zur Albergue gerufen!  Hape Kerkeling  lässt grüßen! Aber mir gestern unterstellen, dass ich mit dem Bus gefahren wäre… . Was erlauben Australien?

Merke: Wenn du auf dem Camino im Glashaus sitzt, dann werfe nicht den gusseisernen LEKI-Pilgerstock. 

Ich habe jedenfalls erstmal 4 Bier für Jos und mich kaltgestellt und Frau Magen/Darm liegt flach im Hochbett, im separaten Raum versteht sich. 

Hasta la vista aus Perñaflor de Hornija

Der Caminopilger

Nachtrag/Eilmeldung 03.06.2015 19:55 Uhr

Der zweite Taxieinsatz in der Region bedeutete heute Abend  das vorläufige Aus für Maureen auf dem Camino de Madrid. Um 19:30 griff Sie zur Münze. Ich kam mir fast wie in einer Casting-Show vor. Spanien sucht den internationalen Ultra-Pilger,  oder so. Kopf oder Zahl. Weiterlaufen oder Abreise. Es fiel die Zahl und damit verbunden war der sofortige Abtransport mittels Taxi in die Stadt Valladolid. Dort werden die Magen-Darm-Beschwerden hoffentlich schnell behoben sein. Gute Besserung Misses Australia!  

 Die übrigen Bilder des Tages:

   
   

  

  

                                        

Verfasst von: caminopilger | 2. Juni 2015

Camino de Madrid Tag 8 02.06.2015  Alcazarén – Simancas 31 km

 Einmal durch den Glutofen und bitte nicht Meer zurück! Simancas ist für mich das gelobte Land. Valladolid kann mir gestohlen bleiben. Dorthin fahre ich heute Abend keinesfalls mehr hin. Viel zu spät auf die Strecke und dann mittags in der Bar viel zu viele Pinchos genossen und schon hat Mann den Eisbergsalat. Dieser wird bei 31 Grad im Schatten bekanntlich schnell welk und so fühlte ich mich auch, wie ein Eisbergsalat ohne Wurzel auf dem Rost! Abgekämpft bin ich nach 8-stündigem „Sonnenbaden“ hier in Simancas angekommen. Ein frisch gezapftes Bier am Fluss lässt die Strapazen sicherlich schnell vergessen. Warte noch auf Jos und Maureen, die ich noch nicht über die steinige Brücke über den Rio Pisuerga hab kommen sehen. Vielleicht sind sie ja schon vor mir angekommen. Wer weiß das schon auf dem Camino de Santiago… Der auf einem Hügel liegende Zielort scheint nicht die schlechteste Wahl für einen gelungenen Abend zu sein. Nach dem zweiten alkoholfreien Bierchen begebe ich mich dann mal auf die Suche nach einem Hostal. Morgen steht bei 32 Grad im Schatten eine erholsame 22 km lange Etappe an.

Buenos tardez aus Simancas, 219 km von Madrid entfernt, Der Caminopilger

PS: Die tapferen Karlsruher dürfen stolz auf ihre Leistung sein!

Update @ Übernachtungstipp im Kern von Simancas: Casa de Huéspedes Arrabal, calle Arrabal 9, TiPP-Top-Einzelzimmer für 18€/Nacht

Die Schweiss-Bilder des Tages:

                                                

Verfasst von: caminopilger | 1. Juni 2015

Camino de Madrid Tag 7 01.06.2015 Coca – Alcazarén 26 km

  
Die Geschichte des heutigen Tages ist relativ schnell erzählt. Ein wenig Alltag stellt sich zwischenzeitlich ein. Der Streckenverlauf war schön, brachte aber wenig Höhepunkte mit sich. Das Kaffekränzchen bei den 3 Damen vom Grill war am späten Morgen hinsichtlich der Gastfreundschaft in diesem Land sicherlich hervorhebenswert. Näheres dazu siehe: https://twitter.com/caminopilger/status/605297597138513921

Es war heute erneut heiß auf dem Weg und mit ein klein wenig Sorge habe ich mir die Wettervorhersage für die hiesige Region einmal Meer angeschaut… . Da müssen wir durch.

 

Maureen war übrigens sehr amüsiert über die Stimmen aus Deutschland, die ihr Alter in Frage stellen. Misses Australia war gestern Abend ja schwerpunktmäßig nach Schampus zumute und so schwächelte sie dann heute ein wenig im erneut tiefen Wüstensand. Während ich hier wie wild auf meinem vielfältig zum Einsatz kommenden iPhone6+ rumtippe hat Maureen längst die Schlafbrille aufgezogen.  Jos und ich haben am Vorabend ja nur aus Höflichkeit an den Gläsern genippt 😉.  Den großen Rest überließen wir der sprachgewaltigen Maureen.  Sie schaffte es heute nebenbei bemerkt meinen „Laufstiel“ mit dem einer Duck/Drake ( Zitat: „A male duck is called a drake!“) zu vergleichen. Jetzt habe ich auch noch eine Laufbetreuerin vor Ort, die beabsichtigt, mir den Ententanz auszutreiben. Schafft sie sowieso nicht. Da ist Hopfen und Malz verloren! Morgen steht eine weitere 30km Etappe auf dem Programm. Soweit alles gut läuft werden wir einen Vorort von Valladolid erreichen und abends die Stadt unsicher machen. Is klar!

Hola aus dem verschlafenen Nest Alcazarén 

DC

Die Bilder des Tages:     

  

  

  

 

               

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