Verfasst von: caminopilger | 2. Juli 2010

Das Ziel im Kloster vor Augen

35. Tag 02.07.2010
Schlafe heute bei den Mönchen im Zisterzienserkloster zu Sobrado dos Monxes.

Wo Mönche sind, da ist Mönchengladbach nicht so weit und genau da werde ich ab Miitwoch hoffentlich gesund wieder meinen Dienst verrichten. Bis dahin liegt aber noch so Einiges auf meinem Weg… . Vielleicht reiche ich das Pilgerprotokoll vom gestrigen Tage einmal nach. Schließlich handelte es sich um meine Königsetappe auf dem Weg nach Santiago. Es war ein verdammt heißer und anstrengender Tag auf dem Camino. Vielleicht einer der schwierigsten in 3 Jahren Pilgergeschichte.

Was morgens um 06:20 in Vilalba begann endete um 17:00 Uhr im hügeligen Niemandsland zu Miraz. Nach 9 Stunden (netto) Laufzeit und 37 Kilometern erreichte ich bei heißer Witterung völlig ausgepowert mein gestecktes Tagesziel in den galicischen Bergen. Der Hospitalero von der englischen Jakobsgesellschaft, die die Herberge im Niemandsland vorzüglich betreibt, kam mir ganz aufgeregt mit einer Kanne Flüssigem entgegen als er mich am Horizont im hitzigen Staub der nachmittäglichen Sonne erblickte. Möchte die freundlichen Helfer, 2 Engländer und ein nach Kanada ausgewanderter Bayer, in der Herberge mal besonders loben dürfen. Die Art und Weise wie sie mich nach meiner Ankunft wieder aufpäppelten war einzigartig und klasse. Wer beabsichtigt, den Norte zu laufen, sollte diese Herberge auf jeden Fall bei den Etappenplanungen berücksichtigen zumal das Haus derzeit großzügig modernisiert und erweitert wird.
Ich freue mich im Übrigen in der Endphase meines Weges über Eure aufmunternde Worte und das gesetzte Vertrauen (Danke Harald!) in mich.
Aber glaubt mir bitte, jeder neue Tag bringt mir in dieser Phase Meer körperliche Tiefen als Höhen. Ich gehe auf dem Zahnfleisch und der rechte Knochen ist ein verstärktes Ärgernis. Könnt Euch in etwa vorstellen wie locker der heutige Tag für mich war… . Lassen wir das, sprechen wir lieber vom Schönen. Und das Schönste als Pilger ist für mich derzeit, dass ich heute im erfrischenden Dauerregen wieder 26 km geschafft habe und „nur“ noch 61,9 km nach Santiago zu laufen sind. Vielleicht sollte ich um 19:00 Uhr nach dem Holland-Spiel zu den Mönchen in die gesungene Vesper. Schaden sollte es auf jeden Fall nicht. Oder Thomas?
Buenas Tardez
DC
PS: Diese Holländer, bemerkenswert!
Nicht, dass die jetzt auch noch Weltmeister werden? Was glaubst Du, Harald?
Tageskilometer am 02.07.2010: 26 km
Entfernung nach Santiago de Compostela: 61,9 km

Bis Sobrado dos Monxes von Irun gelaufene Strecke: 795,1 km

Und so sah heute früh mein Morgen aus:

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Responses

  1. Hallo Heiner,
    habe Dir eine Mail mit den Infos für Santiago gesendet.
    Gruß Carsten


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