Verfasst von: caminopilger | 23. Juni 2010

Wie der Ochs vorm Berge

26. Tag 23.06.2010
Nach einer sehr erholsamen Nacht in Enriques Gästezimmer (endlich mal ein Bett mit 2,00 Meter Länge!) brachte der Tag heute sehr schöne Streckenabschnitte in Eukalyptuswäldern mit sich.

Bis zum Kilometer 22 lief wirklich alles wie geschmiert und ich hatte die industriellen Erlebnisse des Vortages längst vergessen.

Zwei liebe Telefonate mit meinem Freund Harald und einer reizenden Erdbeerpflückerin gaben mir noch einmal einen Motivationsschub für das letzte Drittel des langen Tages.
Doch dann … kam Seite 209 meines „aktuellen“ Irreführers.
Ich darf wie folgt auszugsweise zitieren: „… hier war die zukünftige Wegführung unklar. Im Prinzip müssen Sie aber ca. 800 m weitergehen, treffen auf das Dorf El Rellayo und erreichen einen (stillgelegten) Brunnen.“
Von nun an war nichts Meer wie vorher!
Kein Brunnen, stattdessen ein weggesprengtes Ortsende und wild gestikulierende einheimische Asturier, die sich über die geänderte Streckenführung nicht einig waren. Die Situation war für mich vergleichbar mit der Suche nach einer Örtlichkeit in einem weggebaggerten Braunkohlentagebaugebiet im Erkelenzer Land.
Hier in El Rellayo gibt’s definitiv keine braune Kohle aber dafür Spaniens größten Neubau einer Autobahnbrücke,

der, ohne mich zu fragen, gefühlte 5 Kilometer „meines“ Jakobsweges verschlungen hat.

Die auf den folgenden Seiten gedruckten Wegbeschreibungen hätte ich mir sparen können. Sie verwirrten mich zunehmend und so war ich bei azurblauem Sommerwetter wieder einmal ein „wenig“ länger auf dem Camino unterwegs und sah dadurch einen traumhaften Küstenabschnitt,

den ich, dem Reiseführer zufolge, nie hätte sehen dürfen. Alles wird gut!
Hola aus Soto de Luina
DC
Tageskilometer am 23.06.2010: 32 km (Irrwege nicht inbegriffen!)
Entfernung bis Santiago de Compostela: 295,5 km

Vielleicht hilft der folgende Spruch, damit ich diese Nacht nicht noch von meinem heißgeliebten Irreführer verfolgt werde
„Wenn man schlafen geht, soll man die Sorgen in die Schuhe stecken.“
Am besten reiß ich IHN nach dem Ghana-Spiel in zwei Teile und stecke diese in die miefigen Lowa-Boots…. .

Der finale Schuss des heutigen Abends:

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: