Verfasst von: caminopilger | 6. Juni 2009

Land unter in Galicien

Samstagmorgen, 7:30 Uhr in Briallos, Galicien. Jesus liegt noch in der Mulde,

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Carsten

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fruehstueckt gleich in Hannover und ich verarbeite ein paar Dinge des gestrigen Tages in lyrischer Form. Ein ausgesprochenes Sauwetter

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hatten wir waehrend der gesamten gestrigen Etappe von Pontvedra nach Briallos. Ein Dauerregen, dem meine alternative Pilgerkleidung schon bald Tribut zollen musste. Stephan kam mit seinem neuen Ganzkoerperkondom bestens zurecht.
Mein Hut bekam so viel Wasser auf die lederne Haut, dass saemtliche Gerb-/Farbstoffe sich loesten, mir permanent eine rostfarbene Bruehe aufs Gesicht und die Kleidung tropfte und die aufgeweichten Blaetter des Outddoor-Reisefuehrers verdunkelten. Diesen nunmehr voellig unbrauchbaren Reisefuehrer habe ich dann kurzerhand 3 km vor der im Niemandsland liegenden Herberge desillusioniert in den reissenden Bach geschmissen, da das nervige Teil uns wieder mal in die Irre gefuehrt hatte und so unseren klatschnassen Weg unerfreulicherweise noch ausgiebig verlaengert hatte!
Meine heissgeliebte schwarz-graue Streifenjeans fuehlte sich bei dem sinnflutartigen Regen pudelwohl, sog alles an Fluessigkeiten auf was von oben kam und glaenzte am Ende des Tages wie der Speckmantel einer Seerobbe, selbstredend mit einem Hammergewicht ausgestattet. Wasser findet eben immer seinen Weg und so ist es nicht verwunderlich, dass ich das Lebenselexier auch literweise aus den LOWA-Stiefeln kippen musste.
Gut, dass es wenigstens eine heisse Dusche in der Herberge gab. Ansonsten stand in der „Pilgermetropole Briallos“ lediglich ein abgefahrener Tante Emma Laden zur Verfuegung.
Der Speiseplan sah dann wie folgt aus:
1 Dose Oliven, 1 Dose Spargel, 2 Paprikaschoten, 1 Dose Thunfisch, 1 Tuete Chips und 1 Tafel LILA Schokolade.

In der Herberge sind bereits alle zu neuen Ufern aufgebrochen. Lediglich zwei verrueckte Brasilianer und ein abgebrannter Portuguise teilen unsere Unlust bei weiterhin anhaltendem Dauerregen aufzubrechen. Der tiefgraue Himmel verspricht nicht viel Gutes fuer den Tag… .

Nachtrag 18:00 Uhr:

Sind heute doch weiter als geplant gewandert. Padron ist vermutlich unser letzter Aufenthalt 25 km vor Santiago.

Heute Morgen gab es noch einen freundlichen Anschiss von der resoluten Herbergsmutter, die Jesus im hohen Bogen fluchend aus den Federn schmiss. Disziplin muss auf dem Jakobsweg wohl sein, wir hatten es zeitlich ein wenig uebertrieben. Die Kommunikation der Spanierin mit den portuguisisch sprechenden Mitpilgern war fast schon furchterregend. Irgendwie erinnerte mich das ganze Geschehen an eine Dame aus dem Vorjahr namens Lena El Horno.

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Wir gingen in Deckung packten in Rekordzeit unsere 7 Sachen und fluechteten in den Regen, der uns leider weiterhin begleitet. Die Zeit der Schmetterlinge

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scheint auf dem Camino vorbei zu sein. Doch wer weiss? Vielleicht sehen wir in Santiago vor unserem Abflug noch einen wunderschoenen Regenbogen …. .

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Responses

  1. Hallo ihr Pilger,

    vielen Dank für die schönen Bilder. Wir wandern in Gedanken mit euch und schauen regelmäßig eure Berichte an. Wir hoffen für euch natürlich auf besseres Wetter für einen sonnigen Abschluss.

    Renée und Walter
    (oder besser Maria und Josef (bzw. Hl.Geist)?)

  2. Grüsst mir die Kathedrale in Santiago! Und ganz viel Caminoluft inhalieren, damit es bis zum nächsten Mal anhält, :-)!

  3. Moin, moin,
    laßt Euch nicht vom Regen unterkriegen!!!
    Das ist das ware Pilgerleben was Ihr jetzt erlebt und hat nichts mit Pfuschpilgern zu tun.
    Wuensche Euch noch eine schone Zeit!
    Bis bald, Euer Pilgerbruder Carsten

  4. Hallo Carsten
    solch ein Kommentar laesst sich natuerlich gut schreiben wenn man schon trocken zuhause sitzt !!!!!!!! 🙂 Gruss Heiner und Stephan

  5. Hallo Maria und Josef,
    bin morgen wieder im Land. Schoen, dass ihr reingeschaut habt. Wir sehen uns morgen auf dem Flugfeld. Ich schalte das Handy ein, sobald ich meinen Rucksack habe falls es Komplikationen gibt. Gehe jetzt noch ein grosses Glas Vitamine zu mir nehmen; Magnesium, Eisen und Calcium …..ihr wisst schon. Gruss Stephan


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