Heute Morgen nutzte ich eine der wenigen Regenpausen um trockenen Fußes die Altstadt von Nancy zu erreichen. Kaum hatte ich die Sehenswürdigkeiten erblickt, öffnete sich wieder der Himmel und zwang mich zu einer weiteren großen Tasse Kaffee.

Besagte Altstadt hat mir zum Abschluss meiner Pilgerwanderung überaus gut gefallen. Am zauberhaften „Place Stanislas“ möchte ich in zwei Jahren unbedingt meinen Weg nach Vezelay fortsetzen.

Im günstigsten Hôtel der Stadt im „Au New York“ habe ich es für Pilgerverhältnisse hervorragend angetroffen. Sogar meine Wäsche konnte ich hier noch einmal ordentlich „durchlüften“.

Künftigen Trier-Vezelay-Pilgern möchte ich empfehlen dürfen, den Abstecher in die Stadt Nancy mitzunehmen. Nach soviel Wiesen, Wäldern und Schlamm tat mir die Stadt mit ihrer Schönheit und reichhaltigen Angeboten zum Abschluss sehr gut.

Bedauerlich, dass Nancy vom Camino de Vezelay einfach links liegengelassen wird.

Das war es also pilgermäßig für mich im Kalenderjahr 2016. Morgen geht es früh am Morgen mit Bus und Bahn über Luxemburg und Trier zurück in die Heimat. Meine ehrgeizigen Camino-Planungen für das Jahr 2017 würden mich in 12 Monaten erneut nach Frankreich führen und den Weg von Arles (Südfrankreich) nach Pamplona  (Nordspanien) auf 910 km gehen lassen. Vorausgesetzt ich bleibe gesund.

Meine Gedanken sind ab sofort bei meiner lieben Mutter, die gestern völlig überraschend mit dem Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert worden ist. Spätestens da wurde mir wieder einmal eindringlich vor Augen geführt, dass es da draußen im wahren Leben deutlich Wichtigeres  als den Camino de Santiago gibt und das ist auch gut so, gleichwohl ich diese Pilgerwege auch sehr lieben muss. Anders kann 🙈MANN🙈 nicht erklären, warum erwachsene Menschen tagelang freiwillig durch Schlammlawinen  und Sturzbäche pilgern.

Ultreia.

Der Caminopilger

Die Fotos des Tages:









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01:45 Uhr in der Nacht im Budget In Hôtel in Frouard: Feueralarm, dankenswerterweise ohne Feuer! Wach bin ich trotzdem und schreibe diese Zeilen über meinen „auslaufenden“ diesjährigen Camino, namentlich den siebten Tag meiner Pilgerwanderung.


Genau an der o.a. Stelle des Weges, einem zugegebenermaßen kunterbunten Schilderwald,  habe ich heute Nachmittag den Camino von Perl nach Vezelay fürs Erste verlassen. Anstatt rechts in Richtung „Liverdun“ abzubiegen, lief ich in Richtung Nancy geradeaus weiter. Der Grund dafür ist recht simpel. Morgen erreiche ich nach wenigen Tageskilometern bereits das Stadtzentrum von Nancy und damit das Ende meiner 1-wöchigen Pilgerwanderung. Trotz aller Schlammlawinen und sonstigen Wetterkapriolen wäre ich nicht abgeneigt, von morgen beginnend, die mehr als 2000 Kilometer weiter nach Santiago de Compostela zu laufen. Doch das gibt der Plan meines Lebens zum jetzigen Zeitpunkt nicht her. Wird allerdings hoffentlich irgendwann nachgeholt. Bekanntlich habe ich mir tatsächlich das Ziel gesetzt in (noch) ferner Zukunft 3 Monate vom Rheinland nach „Compostela“ zu laufen. 

Die letzten Tage war ich hier in Frankreich offensichtlich ganz alleine auf  dem Weg unterwegs. So kann man natürlich verstehen, dass für ein paar Exoten auf der Strecke keine Pilgerinfrastruktur aufgebaut wird. Die Wahl der Etappen ist sehr eingeschränkt durch die wenigen Übernachtungsmöglichkeiten. Eigentlich ein klassischer Camino um im Pfadfinderzelt zu übernachten, wenn nicht das viele Wasser wäre … .

Auch heute hatte ich erneut mit den Schwierigkeitsfeldern der Vortage  zu kämpfen. Gleichwohl mitunter auch sehr gut befestigte Wege und phasenweise Sonnenschein auf dem Programm standen.


Morgen werde ich mich dann noch einmal an dieser Stelle kurz aus Nancy melden und mein diesjähriges Pilgerabenteuer offiziel abschließen.

Die Fotos des Tages aus Frouard:









Liege zur Abwechslung heute mal wieder in einem Hotelbett, genau gesagt in Pont à Mousson im Hotel Du Relais De Poste, und schreibe diese Zeilen.  

Pont à Mousson ist ein nettes Städtchen mit einer sehr schönen Moselbrücke. Generell schlachten die Franzosen die Nähe zur Mosel fremdenverkehrstechnisch gesehen kaum aus. Die Deutschen stellen sich da wesentlich kommerzieller auf, wenn ich beispielweise an Orte wie Bernkastel-Kues denke.

Mit den Fingern auf der Landkarte wäre die heutige Strecke auf dem Straßenwege in 20 km abgespult gewesen. „Camino“-Wegeplaner neigen allerdings dazu hier und da mal ne größere Schleife einzubauen, sodass der Weg häufig nicht unwesentlich länger ist als ortsübliche Routenplaner diesen gemeinhin berechnen.

Auch heute habe ich wieder das „ganze Programm“ von oben und unten geliefert bekommen. Ganz ehrlich, auf Schlammwaldboden habe ich langsam keine Lust mehr. Das Waten durch die Seeen und Schlämme kostet einfach viel zu viel Kraft und raubt ein wenig die Freude. Zum Ende der Etappe  habe ich mich in einem dieser Schlammmärchenwälder leider auch noch verlaufen. Vielleicht befanden sich die Schilder mit der Muschel auch schon unter Wasser. 


Ich hatte jedenfalls keine Erklärung für diesen leidigen Umstand und wäre ohne mein Smart-Iphone nicht MEER aus dem Wald gekommen 🙈.

Bonne nuite

Die sonstigen Bilder des Tages:













Der Pilger in mir lernt nie aus! Die Portion Leichtigkeit in Punkto Quartiersuche, die mir in Spanien oder auch Portugal sehr zusagt,  kann man sich hier im Nord-Osten-Frankreichs nicht erlauben. Die Unterkünfte sind hier überaus rar gesät!  Der Camino von Perl nach Vezelay hat rund um Metz und Nancy offensichtlich noch nicht das Bedürfnis für Pilgerübernachtungen erkannt. 

Den frühen Morgen verbrachte ich schlendernd mit einer Sightseeing-Tour durch Metz. Bei ausgesprochen angenehmer Witterung  und Sonnenschein merkte ich bald, dass dieser Tag nicht dazu angetan war sportive Pilgerhelden zu zeugen. Von den Belastungen der beiden Vortage war mein alternder Körper gezeichnet  und signalisierte mir,  heute eine besonders kurze Etappe aufs Parkett zu legen. Einmal aus der Stadt heraus kommend, war wieder einmal die geliebte Moselle meine Begleiterin. Irgendwann ging es dann von der Mosel weg in die Weinberge,  auf einen Weinpfad und anschließend auch wieder in ein aufgeweichtes Waldgelände. Weinberge scheinen in diesem Jahr irgendwie  nicht meine Stärke zu sein. Vielleicht lags ja auch an den Chemikalien die Herr Winzer massenweise auf die Rebstöcke pustete. Ich wurde trotz der geringen Laufstrecke müde und beschloss im „größten“ Ort auf der heutigen Etappe zu nächtigen. Im Gegensatz zu den ersten 4 Übernachtungen hatte ich für heute ja noch kein Bett vorab gebucht und war mithin in meiner Entscheidungsfindung völlig vogelfrei. Ancy sur Moselle hieß das Dorf meiner Wahl, zunächst leider aber ohne Übernachtungsmöglichkeit. Gleichwohl dieser Ort auf dem aktuellen Wegeplan seine Camino-Zugehörigkeit verloren hat, fand ich Gefallen an ihm und wollte ein Weiterlaufen unbedingt umgehen. Zum Glück fiel ich Jean-Luc in die Hände, der mich aufs „Mairie“ schleppte.

Dort versuchten im Rathaus der Gemeinde Ancy sur Moselle alle anwesenden Verwaltungskräfte (6 an der Zahl)  mir ne bezahlbare Unterkunft zu besorgen. Die Damen telefonierten und es sah fast danach aus, dass der Krisenstab förmlich auf mich gewartet hatte, um dieses akute Problem aus der Welt zu schaffen. 

Als nach 20 Minuten auf dem Amt immer noch keine Lösung in Sicht war, platzte Jean-Luc der Kragen. Er verließ das Amt und begab sich mit mir schnurrstracks zu seinem Anwesen. Seiner Frau Beatrice erklärte er die Sachlage und keine 5 Minuten später hatte ich meine Lowa-Stiefel ausgezogen. Beatrice nahm die Situation mit Humor und Charme an und zeigte mir die Räumlichkeiten. Wieder ein überaus glückliches Erlebnis auf meinem 2016er Camino. Nachdem ich geduscht hatte, bemerkte ich, dass ich allein im eleganten Wohnhaus war. Wow! Solch ein Vertrauen in einen wildfremden Menschen zu setzen ist wirklich bemerkenswert. Stunden später waren die beiden dann wieder zurückgekehrt und hatten ein befreundetes Paar mitgebracht. Wie sich bald herausstellte waren die Freunde ebenfalls erfahrene Pilger und so verbrachten wir gemeinsamen einen kurzweiligen lustigen Abend und wurden von der Hausherrin Beatrice kulinarisch nach Strich und Faden  verwöhnt und Jean-Luq köpfte nebenher so manche Flasche Wein … .

Unter dem Strich war dieses Pilgererlebnis für mich eine der schönsten Geschichten, die der Camino de Santiago mir in den letzten 8 Jahren geschenkt hat. 

Danke Jean-Luc, danke Beatrice für alles was ihr für mich getan habt.

Die Bilder des Tages aus Ancy sur Moselle:

Da lieg ich spät am Abend im stierblutrot angestrichenen Bett der Jugendherberge zu Metz und bin vielleicht eine Spur weit zu müde um ausgesprochen Unterhaltsames noch zu schreiben. Ein paar Zeilen sollten es aber dennoch sein… . 

Die heutigen 35 Kilometer im französischen Moselgebiet hatten es in sich. Das Streckenprofil oder eine untaugliche Pilgervorbereitung waren dafür kein Gründe. Vielmehr hatten die Kräfte der Natur  in der Beotanik eindrucksvolle Spuren hinterlassen. Land unter Volume 2 könnte man meinen, aber weit gefehlt, die Wassermengen „von oben“ hielten sich heute glücklicherweise in Grenzen. Die Dauerniederschläge der Vortage hatten allerdings Felder, Äcker und Wälder in wahre Schlammlandschaften verwandelt! Ohne Stöcke wäre hier in Frankreichs Osten überhaupt kein Halt mehr gewesen. Ich kann mich an keinen Tag in all den Jahren auf dem Camino de Santiago erinnern, an dem ich nur ansatzweise soviel „Schlick“ zu bekämpfen hatte. Erfreulicherweise hatte ich dafür heute meine ersten Pilgerkontakte auf dem Weg. Heike und Klaus aus Hamm begleiteten mich am späten Morgen ein Stück auf meinem Weg nach Metz. Zur Hälfte der Strecke war allerdings dieses Pilgerkennenlernen leider vorerst auch schon wieder beendet. Für die beiden Pilger-Novizen war das Tageswerk in Vigy schon getan. Ich hingegen kämpfte mich fortan allein durch den Camino-Marsch-Dschungel. Unter dem Strich bin ich heilfroh keine Pirourette in den Schlammmengen gedreht zu haben und spät aber gesund in Metz angekommen zu sein. Für ne ausgiebige Stadtbesichtigung reichte das Tageslicht nicht mehr. Das was ich von Metz allerdings schon gesehen habe, hat mich begeistert. Im Restaurant Le Bon Samaritain habe ich mich ausgiebig kulinarisch verwöhnen lassen. 
Eins können die Franzosen, da kann MANN sagen was MANN will, und das ist sicherlich das Kochen. Bon appétit aus Metz.

Der Caminopilger
Die Fotos des Tages:






















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Frau Pfeifer fragte mich am frühen Morgen, warum ich denn unbedingt den Umweg über Schengen laufen wolle, wo Frankreich doch schon so nah vor ihrer Türe sei. Ich erzählte Ihr, dass ich mich insbesondere auf diesen geschichtsträchtigen Ort „Schengen“ in Luxemburg freuen und deswegen die „kleine Moselschleife“ gerne in Kauf nehmen würde. 
Ich sollte, übrigens nicht zum einzigen Male an diesem Tag, nicht den richtigen Durchblick gehabt haben.

Es schüttete vom ersten Schritt aus dem Pfeiferschen Haus heraus wie aus Kübeln und schon bald merkte ich, dass Regenhose und Regenjacke bzw. auch  die schicke Deuter Rucksackhülle heute ihren Härtetest ablegen sollten. Ich nehme es vorweg, am Ende des Tages war nahezu alles durchweicht. Selbst meine Lowa-Stiefel verloren in der 8-stündigen Regenwanderung heftig an Form und waren schwer wie Blei. Eine weitere Erkenntnis war die, dass ich mit meinen offensichtlich veralteten Wanderkarten auf dem iPhone auf diesem Kurzcamino keinen Blumentopf gewinnen kann. Ich irrte anfangs in den Schengener Weinbergen umher und fand zunächst den Weg aus dem Weinberg nicht mehr heraus. Und endlich in Frankreich angekommen, stellte ich zu meiner Überraschung erneut fest, dass sich die Beschilderung nicht im Einklang mit meiner gpx-Datei befand. 

Mein Standort (blaue Kugel) wich stets kilometerweit vom eigentlichen Weg ab. Die Orte „Montenach“ und „Monneren“ hätte ich beispielsweise nach der originären Streckenbeschreibung gar nicht sehen dürfen. Unter dem Strich dürfte ich wieder einmal ein paar Ehrenkilometer mehr absolviert haben. Letztendlich habe ich es ja doch noch bis Kédange sur Canner geschafft und lass es mir in der einzigen Übernachtungsmöglichkeit im Ort gut gehen. Hoffentlich sind bis morgen früh wieder alle Sachen (einschließlich der Bahntickets für die Rückfahrt am Sonntag) trocken!

Bon Camino aus Kédange

Die Fotos des Tages:



Ein Blick in meinen Pilger-Pass zauberte mir das erste Lächeln des Tages ins Gesicht. Mary hatte einen besonderen Stempelabdruck hinterlassen. „Glück ist, das zu mögen, was man muss, und das zu dürfen, was man mag.“ Ein Parameter mehr der belegt, warum der Aufenthalt in Marys Destille ein Stück Glück für mich war. Der selbstgemachte Walnusslikör war natürlich der Mega-Kracher schlecht hin. Leider deutete die sympathische Herbergsmutter an, dass sie die Herberge schließen wolle. Dies wäre ein großer Verlust für den Pilgerweg von Trier nach Perl, wo ich nach fußfreundlichen 20 Kilometern durch unzählige Felder, Wälder und saarländische Wiesen heute sehr früh am Nachmittag angekommen bin. Hier im Ort wird auffallend häufig „französisch“ gesprochen. Konsequenterweise stehen auf den Straßen dieser netten „Grenzgemeinde“ überwiegend Kraftfahrzeuge mit luxemburgischen und französischen Nummernschildern. Nach einem knackig kurzen Weg  über die Mosel nach Schengen/Luxemburg werde ich morgen schon bald Frankreich erreichen und irgendwo auf der Höhe Hombourg-Budange hoffentlich eine bescheidene Bleibe finden. Die Quartiersuche wird deutlich schwerer als heute. Mary hatte kurzerhand bei Freunden in Perl angerufen und schwupps da übernachte ich jetzt heute auch in Perl. Erneut Luxus pur, Einzelzimmer mit großem Bett und einladendem Bad. Für künftige Perl-Pilger hier die Adresse: Familie Pfeifer, Bahnhofstr. 16 in Perl. Top-Empfehlung des Caminopilgers. 

Bon Camino aus Perl, Deutschland.

Die Bilder des Tages:


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Um ein Haar hätte es diesen Pilgertag im Trierer Land heute nicht gegeben, da ich bei meiner gestrigen Anreise von Mönchengladbach nach Trier gegen 18:00 mit der Deutschen Bahn in Koblenz hängen geblieben bin. Unwetter an Rhein und Mosel hatten einen Erdrutsch zur Folge und damit war die Bahnstrecke Koblenz/Trier kurzerhand in beiden Richtungen für den Abend gesperrt. Mein Drang, diesen 3 Länder Camino unbedingt am heutigen Tag starten zu wollen, war offensichtlich so groß, dass das Schicksal mir kurzfristig eine rar gesäte  PKW Mitfahrgelegenheit gegen 19:00 Uhr vom Koblenzer HBF schenkte und ich Trier noch am Abend erreichte.  Euphorisiert von diesem glücklichen Ereignis startete ich gegen 9:30 heute sehr spät von der Porta Nigra in meinen 2016er 1wöchigen „Kurz-Camino“.

Einmal aus Trier herausgewandert, war die Mosel für lange Zeit mein Begleiter auf dem Weg nach Merzkirchen. Für meinen Geschmack lief ich den Tag über zu lange Strecken auf Asphalt, beispielweise auf dem ellenlangen Radweg entlang der Mosel, und vermisste bei all den Baustellen hier und da auch eine bessere Wegkennzeichnung.  Nachdem Blitz  Donner und heftige Regenfälle  mich spät am Nachmittag doch noch erwischten, war ich heilfroh Marys Destille/Pilgerherberge  in Merzkirchen gegen 17:30 Uhr erreicht zu haben. 

Der Lohn für all die Mühen war sensationell.  Eine Vorzeige-Herberge vom feinsten, kostbare Schnäpse und „Brände“ zur Behandlung der akuten Muskelschmerzen und ein schmackhaftes Abendbrot in der tiefsten Provinz. Außer mir residieren in der Herberge noch 2 weitere Pilger, die ich tagsüber auf der Strecke allerdings nicht zu Gesicht bekommen  habe.

Bon Camino aus Merzkirchen.

weitere Bilder des Tages:

Verfasst von: caminopilger | 9. Februar 2016

Caminopläne 2016/2017

 

Gleichwohl ich am Niederrhein aufgewachsen bin habe ich mit dem Karneval nichts an der Mütze. In diesem Jahr nutze ich die jecken Tage um meine Camino-Sehnsucht zu befeuern. Wie anders ist zu erklären, dass ich mir an einem Rosenmontag gleich zwei Jakobsweg-Dokumentationen zu Gemüte führe.  

 

CAMINO DE SANTIAGO EINE REISE AUF DEM JAKOBSWEG von Jonas Frei macht in der Tat die Faszination des Pilgerns erlebbar: Schöne Landschaften, feines Essen, nette Bekanntschaften, frohe Musik, Freud und Leid. 

Willkommen auf dem Jakobsweg.

 

Camino de Santiago documentary
Mark Shea weckt mit seiner wunderbaren Dokumentation seines Camino Frances in mir die Lust ebenfalls wieder einmal einen längeren Jakobsweg zu gehen.

Lange Rede kurzer Sinn…

die Pläne für die „Pilgersaison“ 2016/2017 stehen spätestens jetzt fest! 

Im diesjährigen „Zwischenpilgerjahr 2016“ werde ich Ende Mai in 7 Etappen von Trier nach Nancy pilgern.

2017 steht dann mein bis dato längster Pilgerweg auf dem Plan. 

Soweit die Gesundheit mitspielt beabsichtige ich Ende Mai/Juni 2017  in 36 Etappen 910 km von Arles (Südfrankreich) nach Puenta de la Reina (Nordspanien) zu laufen. 

Die Via Tolosana führt in Frankreich auf 730 Kilometern von Arles bis zur spanischen Grenze am Somport-Pass. Mit dem Aragonesischen Weg schließt sie dann in sechs Schlussetappen an den Camino Frances an.

Bon Camino vom Niederrhein.

Der Caminopilger

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Das war er nun also, mein Camino de Madrid/ Camino Sanabrés/Camino Sureste, zusammenfassend besser gesagt,  meine 690 km auf dem 2015er Camino de Santiago. Bei all den Wegbezeichnungen hab ich selbst so manches Mal den Durchblick verloren. Bedingt durch meine individuelle Streckenplanung ergab es sich eben so und nicht anderes. Wenn man es genau nimmt,  bin ich am Schlußtag sogar  noch ein paar hundert Meter auf dem Camino Frances gepilgert. All diese genannten Wege/Caminos verlaufen ja sternenförmig in Richtung Santiago de Compostela und treffen spätestens an der Kathedrale von Santiago aufeinander. Ich weiß nicht, ob es an der Magnesiumzufuhr der letzten Tage, meinem Ingwerkonsum, oder in letzter Instanz einfach nur am Adrenalin gelegen hat. Ich schien an diesem Tag förmlich nach Santiago fliegen zu wollen. Nach lediglich 8 Stunden Wanderung erreichte ich auf einer erneut anspruchsvollen, „hügeligen“ Etappe mein Pilgerziel. Ein Novum war dabei, dass ich bis zum Zentrum der Stadt keinen einzigen Fußpilger zu Gesichte bekam. Lediglich 2 Fahrradpilger kreuzten meinen Weg. In der Stadt verließ ich den Camino völlig untypisch gen Norden in Richtung Busbahnhof. Wollte ich etwa Santiago de Compostela sofort wieder verlassen, wo ich doch 25 Tage hart dafür geackert hatte,  hier überhaupt anzukommen? Nein, Grund für meinen erneuten „Spurwechsel“ war meine beabsichtigte heutige Weiterfahrt nach … Porto. Ich hatte noch kein Ticket in der Tasche und wollte an einem sonnenüberfluteten Wochenende nicht riskieren, kein Ticket Meer zu ergattern. Porto, einfaches Ticket, 33€, Abfahrt 20.06.15 17:00 Uhr – bingo! Nachdem das begehrte Objekt in meinem Rucksack verstaut war, geriet ich in der Tat dann in den Genuß noch wenige hundert Meter auf der Zielkurve des Hauptweges, des Camino Frances, einzulaufen. In der Stadt selbst wimmelte es bei herrlichem Sonnenwetter vor Menschen. Ganze Bienenschwärme von Pilgern schienen alle Wege und Plätze eingenommen zu haben. Für mich war das alles sehr verstörend. War ich doch so häufig Alleinunterhalter auf meinem 2015er Camino und konnte mit den plötzlichen Menschenmassen in der Stadt rein gar nichts anfangen, vielleicht auch, weil ich kein einziges bekanntes Gesicht unter ihnen entdecken konnte. 
Ein Großteil der Frontseite der Kathedrale war restaurationsbedingt mit schwerem Baugerüst und wehenden Tüchern versehen. Hatte ich in den Vorjahren noch „Stunden“ damit verbracht, die Kathedrale fototechnisch ins richtige Licht zu rücken, genügten gestern 3-4 Schnappschüsse. Fertig! Um nicht den falschen Eindruck aufkommen zu lassen, möchte ich sagen dürfen, dass ich im Moment meiner Ankunft schon große Freude, Glück und auch Erleichterung verspürte. Ich war körperlich geschafft, kam zu einer Uhrzeit in die Stadt, als die anderen, morgens angekommenen, Pilger längst ihre Stiefel ausgezogen hatten. Unspektakulär verlief dann, passend zu meiner Ankunft, auch der weitere Tag und der Abend. Mit wem hätte ich meine Ankunft auch feiern können? Ich entschied mich kurzerhand, das Feiern  auf den heutigen Abend, nach Porto zu verlegen, denn da wartet mein Liebesglück namens Lydia  

  auf mich in der am Fluß Douro gelegenen portuguisischen Stadt. Ein gemeinsames verlängertes Wochenende zum Abschluss meines Pilgerweges ist ein besonders schönes Geschenk für uns beide. Dienstagabend geht es dann von Porto aus mit dem Flugzeug wieder zurück in die Heimat. Ich freue mich auf meine Familie, Freunde, meine Kolleginnen und Kollegen und möchte mich bedanken, dass mich  so viele von Euch in den letzten vier Wochen auf meinem Camino virtuell und gedanklich begleitet haben. So manches aufmunternde Wort war für mich unterwegs motivierend und aufbauend zugleich. Es ist schön, nicht immer ganz allein unterwegs zu sein. Danke!  

Happy end am frühen Morgen. Ich traf meinen Camino-Retter Johann aus Salzburg am Pilgerbüro. 

   Johann ist bereits gestern Früh in Santiago eingetrudelt. Am Tag und am Abend haben wir uns leider verpasst. Dafür verbringen wir heute gemeinsam ein paar Momente. Ich wünsch Dir lieber Johann noch ein langes Leben bei bestmöglicher Gesundheit!

 In der Summe bin ich jetzt seit 2008 mehr als 4.000 Kilometer auf den Jakobswegen gepilgert und habe mir fest vorgenommen, eine mehrjährige Camino-Pause einzulegen. Dieser Blog wird mit dem heutigen Tag also den vorzeitigen mehrjährigen Winterschlaf antreten. 

Allen künftigen Pilgern, die zufällig auf diese Seiten gelangen, wünsche ich  einen „Buen Camino“. 

Ich bin dann mal weg 

… zum Friseur in Santiago de Compostela. 

Es wird Zeit, dass das Gestrüpp abkommt!

Die Fotos des gestrigen Tages folgen ( in Santiago scheinen sie alle WLANs kastriert zu haben 😦 ) im Laufe des Tages aus Portugal …

So etwas ist mir im kleinsten galicischen Bergdorf nicht passiert.

   
  

   

   

    

        



   





   

  

 Im Nachhinein darf ich es ja 34 Kilometer vor Santiago de Compostela zugeben. Ich hatte große Sorge, dass meine Etappenplanung für den heutigen Tag,  im übertragenen Sinne, wieder in die Hose gehen würde. Das Streckenprofil machte mir dabei wenig Gedanken. Vielmehr beschäftigten mich die Etappenlänge (35 km) und die angekündigten Temperaturen. Da ich mich bekanntlich am gestrigen Tag in völlig unzureichender Verfassung auf dem Camino präsentierte, erinnerte ich mich an die Aufarbeitung meines „Blackouts“ vor ein paar Tagen in den Bergen. „Magnesium“,  lautete da die Zauberformel. Gesagt getan, ich besorgte mir in der Farmacia von Castro Dozón das Mineral und nahm mir daneben fest vor, die Herberge früh morgens gegen 6:00 Uhr zu verlassen. 

Tatsächlich haben diese Faktoren maßgeblich dazu beigetragen, dass ich gut durch den 10 Stunden langen Pilgertag kam. Ich war tatsächlich der Erste, der die Albergue morgens verließ, warf vorher brav mein Magnesium ein und hatte auf der Etappe nahezu keine körperliche Probleme und konnte dadurch in vollen Zügen meinen vorletzten Camino-Tag im Jahr 2015 genießen.

Der Camino geht mit dem morgigen Tag für mich zu Ende, wie ich ihn in Madrid begonnen habe. Ich ziehe alleine meine Kreise. 

Kein Jos, kein Johann, kein Georgio und auch kein Manuel mehr an meiner Seite. Das ist aber auch nicht schlimm. Bekanntlich geht jeder Pilger seinen eigenen Weg. Mein Weg hat mir in diesem Jahr zumindest temporär ein paar nette Bekanntschaften geschenkt und dafür bin ich dankbar. Neigte ich in früheren Jahren dazu,   Pilgerbekanntschaften über den Camino hinaus unbedingt aufrechtzuerhalten, sehe ich das heute entspanner. Pilgerfreunde sind rar gesäät. Ich pflege beispielsweise zu Heinz (Camino Frances 2008, Camino Portugues 2013) und Forough (Camino Portugues 2013) eine solche Pilger-Freundschaft. Das funktioniert aber, wie übrigens auch im „richtigen Leben“, nur wenn beide Seiten daran interessiert sind und etwas dafür tun. Morgen werde ich allein in Santiago de Compostela ankommen und das ist gut so. Würde mich freuen, wenn Ihr da draußen noch ein „letztes Mal“ eure Zeit für mich opfert und mit verfolgt, ob mein Camino de Madrid/Camino Sanabrés  in diesem Jahr auch tatsächlich gut beendet wird.

Hola desde Bandeira, Caminopilger Heiner

Die Fotos des Tages:
   

  

       

                  

  
    

  
   

Verfasst von: caminopilger | 17. Juni 2015

Camino de Santiago Tag 23 17.06.2015 Cea – Castro Dozón 22 km

  

Hombre, welch mürrischer Blick! Aber so bin ich eben auch! Die vielen lächelnden Pilger-Selfies spiegeln nicht immer mein Seelenleben wieder. Madrid, oder Barcelona, Hauptsache Spananien! So manches Mal  hätte ich mir in den letzten vier Wochen schon lieber gewünscht, in Barcelona am Meer gewesen zu sein. Diese Sehnsucht kann zumindest bis Santiago de Compostela nicht Meer erfüllt werden. „Das ist klar!“ würde Lucien Favre zu sagen pflegen. Kämpfe mich hingegen mehr oder weniger tapfer durch die Hügel und bin dann auch froh, wenn das Thema am Freitag hoffentlich beendet ist. Gehöre wirklich nicht zu den Pilgern, die am Ende eines Caminos vor Kraft und Ehrgeiz strotzen um umgehend aufzubrechen und den nächsten Camino in Angriff zu nehmen. Nein, danke. Ich werde das Meer am Wochenende sehen! Basta! Mehr verrate ich noch nicht … .

Um eine kleine Vorstellung davon zu geben, wie das mit den Hügeln so ist, nenne ich einfach mal ein Beispiel. Ourense liegt bekanntlich auf 140 Meter Meereshöhe. Da bin ich gestern ja losgestiefelt und heute kurz vor dem Ziel in Castro Dozón war ich zwischenzeitlich wieder auf 855 Meter Meereshöhe. Da kommt Mann nicht mit dem Aufzug rauf!

 

Für sich gesehen, keine große Belastung, aber auf Dauer können einem auch die widerspenstigen galicischen Hügel zu schaffen machen. Heute bin ich wieder mehr getorkelt als gepilgert. Keine Ahnung warum. Es war einfach so,  Schwamm drüber. Klar ist, das, eine Strecke von 700 km in 25 Tagen zu laufen, kein Kinderspiel ist. Kein Grund zu klagen. Mann sucht sich das ja selber aus. 

Nach meinem iPhone-Kartenmaterial zu urteilen sind es jetzt ja nur noch 69 km und es besteht Hoffnung, dass es in ECHT noch ein paar Kilometer weniger sind, schließlich gibt das Dorfcafe als Entfernung nach Santiago 65 km an.  

 Verlassen kann Mann sich darauf allerdings nicht. Das haben meine bisherigen Caminos immer wieder bestätigt.

Die übrigen Fotos des Tages aus Castro Dozón/Cea:

            

               

      

Verfasst von: caminopilger | 16. Juni 2015

Camino de Santiago Tag 22 16.06.2015 Ourense – Cea 22 km

 
Schritt für Schritt nach Santiago de Compostela. 

Immer wenn ich den Duft  junger hellgrüner Blätter von Eukalyptusbäumen verspüre, werde ich sentimental, da dies häufig in meinem Leben bedeutete, dass  ich meinem Pilgerziel sehr nahe bin. Ökobilanz hin oder her, in Galicien werden diese rasant wachsenden Bäume immer noch großflächig angebaut und ich liebe einfach den Duft dieser Wälder! Heute war wieder ein solcher Eukalyptus-Tag auf dem Jakobsweg. Ich hatte einen weiteren wunderschönen Tag auf dem Camino, weitestgehend beschwerdefrei, bei bestem Bilderbuchwetter! 90 Kilometer von Santiago de Compostela entfernt, habe ich mich entschlossen der heutigen Kurzetappe von 22 km morgen eine weitere „Schonstrecke“ von erneut 22 Kilometern folgen zu lassen. Möchte mich einfach richtig erholen  können, um dann an den letzten 2 Tagen noch mal alles rauszuholen, was noch drin ist… . Demnach würde ich schon am späten Freitagnachmittag meine Pilgerkluft ablegen können. Schaun mer mal. 

Es wird, so oder so, eine heiße Angelegenheit auf den letzten drei Etappen. Für die Region Ourense haben sie  beispielsweise konstant Temperaturen um 36 Grad angesagt. Da heißt es für mich, insbesondere am Donnerstag und Freitag, so früh wie nur möglich morgens die Herbergen zu verlassen. Nicht unbedingt meine Paradedisziplin!

hola desde Cea

Der Caminopilger Heiner

Die Bilder des Tages:

 
     

                         

        

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  

 

Bilder können täuschen. Wie sagte ich doch so schön an anderer Stelle: „Mann weiß nie,  wie der nächste Tag auf dem Camino de Santiago so läuft.“ Fangen wir mit der Nacht an…. . 

Schlaflos in Xunqueira de Ambía könnte dafür die Überschrift lauten. Ich bekam meinen Körper einfach nicht in den Schlafmodus, nachdem ich so spät erst am Abend eingelaufen war.  

War dann selbstredend der letzte, der den Weg aus der Bar zur Herberge gegen 22:30 Uhr suchte und alle anderen Pilger schlafend in Ihren Hi-Tech-Schlafsäcken vorfand. Da ich wußte, dass so „frühes“ Hinlegen mir rein gar nichts bringen würde, hielt ich mich bis 01:30 Uhr im Aufenthaltsraum/ Küchenbereich auf. Mit der Liebsten Textnachrichten austauschen, bis Lydia auch nicht mehr konnte, anschließend Fußpflege, diverse andere Vorereitungshandlungen, Teekochen, etc. , unter dem Strich verging die Zeit bis 01:30 Uhr im Flug, nur an meiner Nicht-Müdigkeit änderte sich rein gar nichts. Widerwillig kroch ich dann auch in mein Iglu und blieb …  wach. Unter dem Strich habe ich dann bis zum Aufstehen um 06:15 Uhr vielleicht eine zusammengekrümelte  Stunde geschlafen. Schlecht, ganz schlecht für den anstehenden neuen Tag. Es wunderte mich dann auch gar nicht, dass ich, einmal auf dem Camino stehend, konsequenterweise unendlich platt war. Führte ich es insgeheim ja auch auf die in den vergangenen beiden Tagen insgesamt mit 69 km zurückgelegte Mammutstrecke zurück. Es sollte ja heute eigentlich ein besserer Volkswandertag für mich mit 23 km nach Ourense werden. 

Als ich dann aber nach 5 km am Hang bereits die zweite Bar aufsuchte stand fest… Muntezumas Fluch war definitiv wieder zurückgekehrt! Um Himmels Willen, was bekomme ich in diesem Jahr in den Caminodörfen nur verabreicht? An der Schlappheit änderte auch der, diverse Male zur  Überraschung der jeweiligen Barinhaber bestellte,  Kamillentee nix.  Nicht minder genervt war ich über die Vielzahl der Insektenstiche der vergangenen Tage, die mir an den Armen und Beinen zusätzlich noch zu schaffen machen. 

Wie gut, dass ich heute wenigstens die Smarties testweise aus dem Körper gelassen habe. 

Positiv betrachtet, waren es, trotz aller Widrigkeiten, wieder 23 Kilometer, die ich näher an mein Ziel,  Santiago de Compostela, gekommen bin und das zählt schließlich; Montezuma hin oder her. Die Altstadt von Ourense mit seinen heilenden Thermalquellen gefällt mir, der Rest der Stadt und das unweigerlich auf dem Camino de Santiago zu durchschreitende Industriegebiet von Ourense erst recht nicht. 

Mal schauen wie der nächste Tag für mich läuft. Eine Prognose wage ich nicht mehr, dafür habe ich jedoch wieder meinen geliebten Magen beruhigenden Ingwer in der Tasche, den ich hier in der 110.000 Einwohner zählenden Stadt wieder bekommen habe.

Alles wird gut!

DC aus Galicien, cirka 110 Kilometer von Santiago de Compostela entfernt.

Die Bilder des Tages aus Ourense:

   
                    

                                  

  
Beginnen möchte ich diesen Blogbeitrag mit einem herzlichen Dank an Johann, der mir meinen 2015er Camino  vielleicht „gerettet“ hat. Hätte sich der 66-jährige Salzburger gestern Abend nicht so intensiv um mich gekümmert und mich „aufgepeppelt“ wäre ich heute sicherlich nicht Meer über die Berge gekommen. Dank Johanns Hausapotheke hielt mein Erschöpfungszustand wohl nur bis Mitternacht an. Nachdem ich mir morgens die Lowa Stiefel angezogen hatte, war es so, wie es mir Johann am Vorabend schon angekündigt hatte. Ich konnte meine diesjährige Pilgerwanderung fortsetzen. Auch Jos, mein belgischer Mitpilger vom Camino de Madrid, hatte mir versprochen, dass mit dem neuen Tag die Sonne für mich wieder scheinen möge und so war es dann auch, zumindest im übertragenen Sinne! Ansonsten hat es immer wieder geschüttet. Ich habe den Tag ganz langsam angehen lassen, habe mich morgens beim Frühstück von Francisco (siehe vorangegangen Blogbeitrag) verwöhnen lassen und danach liefen meine Beine wie von selbst. Regelmäßige Pausen sorgten dafür, dass ich nicht annährend in kritische Bereiche kam. Auch heute standen mächtig Höhenmeter auf dem Programm. Unter dem Strich waren es 1.500 Höhenmeter, die erstmal bewältigt werden müssen. Gegen 19:00 Uhr trudelte ich dann in der Herberge von Xunqueira de Ambía ein. Johann und Manuel hatten nicht mehr mit mir gerechnet und begrüßten mich erfreut darüber, dass ich mein mehr als offensichtliches gestriges Tief wohl überraschend schnell überwunden hatte. Auf dem Camino de Santiago kann niemand so recht vorhersehen, wie gut oder schlecht ein Pilgertag verlaufen wird und das ist gut so.

Die Eckdaten:

Tag 20/v.25/26 Tagesentfernung: 33 Km

Zurückgelegte Gesamtstrecke:  554/v.690km 

Ola desde Xunqueira de Ambía

DC

Die Bilder des Tages:

          

  

Mehr Fotos konnten leider nicht hochgeladen werden, sonst wäre ich nicht mehr in die Herberge reingelassen worden … .

  

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