Verfasst von: caminopilger | 8. Juni 2009

Ende eines Klassentreffens

Santiago de Compostela, Montag 08.06.2009, 12:00 Uhr:

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Ende eines Klassentreffens, oder besser gesagt Ende eines klassen Treffens.
Ja, unser Caminopilger-Revival liegt in den letzten Zuegen und irgendwie hat uns der fatale Dauerregen tatsaechlich auch ein wenig von unserer Euphorie wieder nach „Hause“, sprich nach Santiago de Compostela,
zu kommen genommen. Erneut voellig aufgeweicht hatte ich noch nicht einmal Lust zur Pilgermesse zu gehen. Aber schliesslich habe ich ja Jesus bei mir, wer braucht da um Himmels Willen noch ne Messe?

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Spass beiseite, in der Tat war es in diesem Jahr etwas eigenartig so haeufig die Kathedrale in Santiago zu sehen, zu Beginn, zur Mitte und zum Ende des Revivals hin! Fuer mein Gespuer zwei Mal zu viel.
Die diesjaehrigen 200 km auf dem Weg nach Finisterra und auf dem portuguisisch/spanischen Weg waren fuer ein Jahrestreffen ganz nett, haben uns allerdings nicht annaehrend die Pilgerwelt so nahe gebracht wie das letztjaehrige gemeinsame Pilgererlebnis von Pamplona nach Santiago. Einen Weg dieser Laenge zu gehen ist etwas ganz anderes als touristische Haeppchen des Caminos aufzuschnappen und dann mal zwischendurch hunderte von Kilometern mit dem Bus in Richtung Portugal zu jetten. Damit nicht der falsche Eindruck entsteht, moechte ich schon sagen duerfen, dass wir uns tierisch gefreut haben, dass das GANZE hier vor Ort ueberhaupt zustande gekommen ist und wir haben sicherlich auch sehr schoene intensive Momente erleben duerfen. Unter dem Strich bleibt allerdings die Sehnsucht nach einem weiteren „richtigen Camino“ im naechsten Jahr.

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Vielleicht schaffen wir es ja tatsaechlich am 28.05.2010 in aller Bescheidenheit in Irun an den Start zu gehen und vergessen Hotelaufenthalte, Einbaukuechen und sonstigen Komfort … .
In den letzten zwei Tagen haben wir aufgrund des desastroesen Wetters unser Pensum nochmalig gedrosselt und eine zusaetzliche Uebernachtung in der Herberge in Teo eingelegt. Dies war eine unserer besten Entscheidungen auf dem Weg, da wir Exoten unter lauter spanischen Pilger in der Herberge waren, die als „Gastgeber“ spontan zu einem kulinarischen Abend einluden. Trinkfest waren dabei nicht nur die spanischen Maenner, sondern auch die Frauen, die uns mit dem Hochprozentigem ganz schoen einheizten. Spanische Tortilla, Salat, Wurst,

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was auch immer, es schmeckte vorzueglich und wir waren richtig froh an unserem vorletzten Abend auf dem Camino so etwas erlebt haben zu duerfen.

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Was gar nicht ging in Teo, war das Internet … .
Mein anfaenglicher Anspruch die treue Caminopilger-Gemeinde auch dort mit taeglichen Infos zu begluecken, war spaetestens beim Anblick der einzigen Bar im „Ort“ zum Scheitern verurteilt.

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Beim Entdecken des musikalischen Verkaufsstandes habe ich mich gar nicht mehr getraut nach dem Internet zu fragen. Soweit jemand fuer sein altes Pioneer Tapedeck noch Bandmaterial benoetigt kann er sich auf dem Jakobsweg in Teo reichlich eindecken.

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Die TDK C60 Cassetten sollen uebrigens vor 30 Jahren gar nicht mal die schlechtesten gewesen sein … .

Das meine Zeit in diesem Jahr auf dem Camino abgelaufen ist, dokumentieren meine kultigen Wandersocken recht eindrucksvoll. 1000 km haben diese mich in den letzten beiden Jahren treu auf dem Jakobsweg begleitet und jetzt wollen sie wohl nicht mehr.

Anders kann man diese Verschleisserscheinungen wohl nicht deuten … .

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Last but not least gilt es DANKE zu sagen. Danke an meine Pilgerfreunde Stephan und Carsten fuer Eure Existenz und DANKE fuer Euch da draussen, dass ihr uns ein wenig eurer Zeit mit dem Aufrufen des Caminopilger-Blogs „geopfert“ habt. Sollte ansatzweise das Gefuehl, ein wenig mit uns auf dem Jakobsweg mitgegangen zu sein, aufgekommen sein wuerden wir uns freuen.

Ein leises wehmuetiges „Adios amigos“ aus Santiago de Compostela sagen zum Abschluss dieses Blogs fuer ganz ganz lange Zeit.

Die heiligen Drei Koenige

Die heiligen Drei Könige

Stephan

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Carsten

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Heiner

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und stellvertretend fuer so viele schoene Lebewesen hier auf dem Camino ein weiterer unbekannter Hund

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Buen Camino

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Ultreia (Gehe deinen Weg)

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Verfasst von: caminopilger | 6. Juni 2009

Land unter in Galicien

Samstagmorgen, 7:30 Uhr in Briallos, Galicien. Jesus liegt noch in der Mulde,

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Carsten

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fruehstueckt gleich in Hannover und ich verarbeite ein paar Dinge des gestrigen Tages in lyrischer Form. Ein ausgesprochenes Sauwetter

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hatten wir waehrend der gesamten gestrigen Etappe von Pontvedra nach Briallos. Ein Dauerregen, dem meine alternative Pilgerkleidung schon bald Tribut zollen musste. Stephan kam mit seinem neuen Ganzkoerperkondom bestens zurecht.
Mein Hut bekam so viel Wasser auf die lederne Haut, dass saemtliche Gerb-/Farbstoffe sich loesten, mir permanent eine rostfarbene Bruehe aufs Gesicht und die Kleidung tropfte und die aufgeweichten Blaetter des Outddoor-Reisefuehrers verdunkelten. Diesen nunmehr voellig unbrauchbaren Reisefuehrer habe ich dann kurzerhand 3 km vor der im Niemandsland liegenden Herberge desillusioniert in den reissenden Bach geschmissen, da das nervige Teil uns wieder mal in die Irre gefuehrt hatte und so unseren klatschnassen Weg unerfreulicherweise noch ausgiebig verlaengert hatte!
Meine heissgeliebte schwarz-graue Streifenjeans fuehlte sich bei dem sinnflutartigen Regen pudelwohl, sog alles an Fluessigkeiten auf was von oben kam und glaenzte am Ende des Tages wie der Speckmantel einer Seerobbe, selbstredend mit einem Hammergewicht ausgestattet. Wasser findet eben immer seinen Weg und so ist es nicht verwunderlich, dass ich das Lebenselexier auch literweise aus den LOWA-Stiefeln kippen musste.
Gut, dass es wenigstens eine heisse Dusche in der Herberge gab. Ansonsten stand in der „Pilgermetropole Briallos“ lediglich ein abgefahrener Tante Emma Laden zur Verfuegung.
Der Speiseplan sah dann wie folgt aus:
1 Dose Oliven, 1 Dose Spargel, 2 Paprikaschoten, 1 Dose Thunfisch, 1 Tuete Chips und 1 Tafel LILA Schokolade.

In der Herberge sind bereits alle zu neuen Ufern aufgebrochen. Lediglich zwei verrueckte Brasilianer und ein abgebrannter Portuguise teilen unsere Unlust bei weiterhin anhaltendem Dauerregen aufzubrechen. Der tiefgraue Himmel verspricht nicht viel Gutes fuer den Tag… .

Nachtrag 18:00 Uhr:

Sind heute doch weiter als geplant gewandert. Padron ist vermutlich unser letzter Aufenthalt 25 km vor Santiago.

Heute Morgen gab es noch einen freundlichen Anschiss von der resoluten Herbergsmutter, die Jesus im hohen Bogen fluchend aus den Federn schmiss. Disziplin muss auf dem Jakobsweg wohl sein, wir hatten es zeitlich ein wenig uebertrieben. Die Kommunikation der Spanierin mit den portuguisisch sprechenden Mitpilgern war fast schon furchterregend. Irgendwie erinnerte mich das ganze Geschehen an eine Dame aus dem Vorjahr namens Lena El Horno.

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Wir gingen in Deckung packten in Rekordzeit unsere 7 Sachen und fluechteten in den Regen, der uns leider weiterhin begleitet. Die Zeit der Schmetterlinge

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scheint auf dem Camino vorbei zu sein. Doch wer weiss? Vielleicht sehen wir in Santiago vor unserem Abflug noch einen wunderschoenen Regenbogen …. .

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Verfasst von: caminopilger | 4. Juni 2009

Besuch auf dem Camino

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Die heutige Etappe nach Pontevedra entschaedigte fuer den Staub des vergangenen Tages. Faszinierende Landschaften entlang des Meeres und ungetruebte Natur. 21 km die aufgrund diverser Huegel doch wieder anstrengender wurden als gedacht.

Werde mich heute sehr kurz fassen, da Carsten tatsaechlich von Santiago mit dem Zug angereist ist und wir noch ein paar Bier zum Abschied trinken wollen, da unser Navigator morgen schon nach Deutschland fliegen wird.

Vielleicht sprechen die heutigen Bilder fuer sich …

Buenos tardez amigos aus Pontevedra!

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Die traurige Geschichte von diesem wunderschoenen Hund moechte ich doch noch erzaehlen duerfen. Der arme Kerl war auf einem bestialisch stinkenden Anwesen (Schweinemastbetrieb) mutterseelen allein und sprang an dem verrosteten und verschlossenen Eisentor hoch. Er schaute mich so flehend an, dass ich ihn spontan durch die Gitterstaebe streichelte. Er genoss diese Geste so sehr, dass er mich gar nicht mehr weglassen wollte und irgendwie konnte ich mich auch nicht mehr von ihm trennen, bin sogar nach dem ersten Versuch noch einmal zu ihm geeilt. Was soll ich sagen? Soweit ich die Chance gehabt haette, wuerde dieser Hund mich naechsten Dienstag nach Deutschland begleiten….. .

Manche Menschen sind es nicht wert so ein tolles Lebewesen halten zu duerfen :-(

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Das letzte gemeinsame Bild von UNS Dreien vom diesjaehrigen Camino.

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Alles Gute lieber Carsten, es war wieder eine sehr schoene und intensive Zeit mit Dir. Vielen Dank dafuer, dass Du trotz aller Schwierigkeiten den Weg zu uns gefunden hast. Bis bald auf dem Camino im Jahr 2010! Genauer gesagt, wir sehen uns am 28. Mai 2010 in Irun um gemeinsam den Camino del Norte zu begehen.

Adios amigo sagen leise Jesus&me

Verfasst von: caminopilger | 3. Juni 2009

Buspilger und Aussteiger

So, jetzt wissen wir wo wir am Ende des Tages gelandet sind … . Nach 90 Kilometern und einer 2 stuendigen Busfahrt von Finisterre startend erreichten wir wieder Santiago.

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Dort blieb Carsten dann heute auch kurzfristig, da er gesundheitlich leider nicht in bester Verfassung war.
Unser Navigator hofft, dass er uns morgen mit „Oeffentlichen Verkehrsmitteln“ auf dem Weg „besucht“ bevor er schon am Samstag wie geplant wieder zurueck nach Deutschland fliegt.

Jesus und ich sassen 20 Minuten nach unserer Ankunft wieder in einem Linienbus der uns erneut 90 km, dieses Mal allerdings suedlich von Santiago, in die bedeutende Hafenstadt Vigo kurz vor der portuguisischen Grenze brachte.
Nach einem Mittagessen im Hafen

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machten wir uns auf den Weg ins 20 km entfernt gelegene Redondela.
Dies war eine ueberaus haessliche Angelegenheit. Schwerverkehr und Teerarbeiten entlang der gesamten Strecke fuehrten dazu, dass wir das Tempo anzogen um dem Molloch zu entfliehen. Ab dem morgigen Tag werden wir bis Montag sicherlich noch die Schoenheiten des portuguisisch/spanischen Jakobsweges kennenlernen um dann unsererseits am Dienstag nach Hause zu fliegen.
Die Kuestenstrasse entlang des Atlantiks zu begehen war heute auf jeden Fall ein Reinfall! Uebernachten werden wir zur Abwechslung heute wieder einmal in einer „Albergue“.
3,00 Euro fuer ein Bett und eine warme Dusche entschaedigt fuer den Tag.

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Anbei noch ein „Archivfoto“ von den auf dem Camino verbliebenen 2 Heiligen Koenigen.

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Verfasst von: caminopilger | 3. Juni 2009

Echsen, Cultura und Strand

Wellness pur. Die Rucksaecke blieben gestern im Haus und wir wanderten ein wenig in den Bergen.

Jesus und ich hatten als ehemalige Sielmann-Juenger Spass an den Echsen.

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Wir beobachteten diese mystischen Lebewesen nahezu eine Stunde auf den heissen Steinen und schossen dabei unzaehlige Fotos.

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Zuvor haben wir unsere unbekannte kulturelle Seite offenbahrt und sind am Kap unwissend in eine Ausstellung gestolpert.

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Soweit wir das beurteilen konnten waren die ausgestellten Portraits ganz nett.

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Nach einer Wanderung quer durch die Botanik

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erreichten wir diesen wunderschoenen Strandabschnitt.

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Dort trafen wir wieder auf die Delphin-Familie, die allerdings weit im Meer herumtollte und uns dieses Mal lediglich den schoenen Anblick aber keine Fotos aus der Naehe goennte. Dennoch scheinen die Delphine uns lieb gewonnen zu haben, ansonsten wuerden sie uns hier am Kap nicht so haeufig begleiten …. .

Unter dem Strich wirklich ein erholsamer Tag in der nahezu unberuehrten Natur.

Heute Morgen fahren wir gegen 11:00 Uhr zurueck nach Santiago de Compostela um unmittelbar eine Fahrmoeglichkeit in Richtung der spanisch-portuguisischen Grenze zu ergattern, schliesslich wollen wir ja doch noch ein paar Kilometer auf den Spuren der Jakobspilger zu Fuss bewaeltigen. Wohin uns der Bus/Zug dann letztendlich befoerdert koennen wir zur jetzigen Minute selbst noch nicht erahnen, da wir spontan nach gegebenen Reisemoeglichkeiten hin entscheiden werden. Der geneigte Leser wird selbstredend an dieser Stelle ueber den Stand der Dinge am morgigen Tag informiert…. .

Verfasst von: caminopilger | 2. Juni 2009

Am Kap der guten Hoffnung

Gestern haben wir fuer unsere gut 90 km lange Pigerwanderung von Santiago de Compostela nach Finisterre unsere „Urkunde“ erhalten.

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Diese hat allerdings nicht annaehernd solch eine emotionale Bedeutung wie das Stueck Papier, das wir im letzten Jahr in den Haenden hielten.
Wir empfinden die eigene Rolle hier in Finisterre als nebensaechlich. Man ist und bleibt fuer ein paar Tage ein Seiteneinsteiger auf dem Camino, der eben nicht den gesamten Weg mit den vor Ort befindlichen Langzeitpilgern von den franzoesischen Pyrinaen startend gelaufen ist.

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Dies war uns allerdings auch schon bewusst als wir zum Klassentreffen geladen hatten. Dennoch kommen wir mit einzelnen Pilgern ins Gespraech und geniessen unsere beschraenkte Zeit.
Der gestrige Sonnenuntergang am Kap war ein beeindruckendes Naturereignis.

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Die Pilger sassen wie gebannt in den Klippen und betrachteten das Vergluehen des Himmelskoerpers am Horizont.

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Der Tradition Pilgerkleidung oder andere Sachen an der Kap-Spitze zu verbrennen folgten wir nicht.

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Meine knielangen gruenen Foerstersocken haetten es schon lange verdient gehabt in den Ruhestand zu gehen, schliesslich haben sie ja schon meinen Vater anno Tobak ueber die Alpen gebracht.

Ansonsten ziehen hier wettermaessig so langsam Wolken auf. Wir koennen uns bald schon auf „normales“ nordspanisches Wetter vorbereiten. Positiver Nebeneffekt ware, dass Stephan seinem funkelnagelneuen Ganzkoerper-Regenponcho die Jungfraeulichkeit nehmen koennte.

Das Foto zeigt uns beim heutigen Fruehstueck auf der schattigen Veranda.

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Heute sollen die Temperaturen noch einmal 30 Grad erreichen

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bevor es hier und in ganz Europa bis zum Wochenende spuerbar abkuehlt.

Buenos dias amigos aus Finisterre!

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Verfasst von: caminopilger | 1. Juni 2009

Tage am Meer

Nach den Anstrengungen der letzten drei Tage haben wir heute auf der 10 km langen Strecke nach Finisterre entlang des Atlantiks unsere Seelen baumeln lassen. Bei traumhaften Wetter und erneut wolkenfreiem Himmel bis zum Ende der Welt laufen zu duerfen empfinden wir als ausgesprochenes Geschenk.
Sentimental wurde es gegen Mittag als wir auf eine Delphin-Familie stiessen und diesen Moment sogar fotografisch fuer die Ewigkeit festhalten konnten. Diese wunderschoenen Meeressaeuger hat Carsten zuletzt in Neuseeland gesehen!

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Finisterre gefaellt uns sehr gut. So gut, dass wir uns spontan fuer 2 Naechte eingebucht haben. Nach dem die Betten in der Herberge eher einer Quietsch-Komode glichen und einen festen Schlaf erfolgreich verhinderten wandeln wir erneut auf den Spuren der Luxus-Pilger. Unser Apartement verfuegt sogar ueber eine Einbaukueche und ist mit 15,00 Euro je Kopf und Tag absolut finanzierbar. Wir Drei scheinen die kostbaren Tage in der Tat geniessen zu wollen, da das Ende ja schon bald in Sicht ist …. .
Heute Abend laufen wir zur westlichsten Spitze Spaniens dem Cap Finisterra. Seit Tausenden von Jahren faszinieren die Sonnenuntergaenge die Pilger. Die wie ein Finger in den Atlantik ragende Landspitze war fuer Kelten, Phoenizier und auch Roemer ein mystischer Ort, an dem sie Sonnen/ und Fruchtbarkeitsriten feierten.

Bilder vom Tage

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und auf besonderen Wunsch noch ein Foto aus einem Barock#Zimmer. Einen Waeschestaender gab es nicht, da musste der Kronleuter herhalten ….

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Verfasst von: caminopilger | 31. Mai 2009

Sonnenzeit – Tag der Schmetterlinge

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Seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen ist es in Galizien an keinem Mai-Wochenende so heiss gewesen wie an diesem! 33 Grad. Mitten in der Pampa, schattenlos und kein Meer in Sicht, so sah es um 12:00 mittags bei uns aus. Die Distanz zur naechsten Traenke betrug 15 km. Toll!! Folge dieser moerderischen Pilgersituation war, dass wir fuer die 26 Tageskilometer 8 Stunden in der Bullenhitze benoetigten. Kreislaufkollaps inbegriffen.
Zum Abschluss sind wir jedoch reichlich belohnt worden, da wir zum einen den Atlantik erreicht haben und zu spaeter Stunde noch ein Bett in San Roque in der staedtischen Herberge ergattert haben. Nach unseren kerkeling-liken Hotelnaechten leben wir damit endgueltig wieder in Pilgerbescheidenheit. Die 30 Pilger essen um 20:00 Uhr gemeinsam in der Herberge um dann gegen 22:30 uhr friedlich und erschoepft die Aeuglein zuzumachen.

Unser heutiger Tag wurde in der schoensten Natur von unzaehligen Schmetterlingen verschoenert. Zitronenfalter, Kohlweisslinge, Pfauenaugen und andere Falter tanzten entlang des Weges als gaebs keinen Morgen mehr.
Als ganz besonders schoen empfanden wir diesen schwarz roten Schmetterling der uns fuer wenige Minuten Gesellschaft leistete.

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Erkenntnis des Tages:

Der Camino ist, egal wie lang man ihn begeht, kein Zuckerschlecken, sondern eine harte Herausforderung.
Eine spanische Ueberlieferung besagt, dass die Pilger auf dem Weg ihre seelischen Noete in koerperliche Schmerzen umwandeln und dadurch gestaerkt nach Hause zurueckkehren werden. Teil 1 der Weisheit koennen wir bereits am dritten Tag des Weges bestaetigen.Verhaertete Waden, Druckstellen an den Fuessen und Schmerzen in den Schultern gehoeren zu dem Preis den wir gerne bereit sind zu zahlen.

Fotos des Tages:

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Verfasst von: caminopilger | 30. Mai 2009

Stau auf der Pilgerautobahn

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Irgend etwas hat sich geaendert … .
Im letzten Jahr sind wir in aller Gemuetlichkeit ueber den Camino geschlendert und bekamen an jedem Tag ein Bett in den Herbergen. Nach dem gescheiterten gestrigen Versuch in einer Pilgerherberge zu uebernachten, wollten wir heute beim Kampf um die Feldbetten cleverer als unsere Mitbewerber sein. Mitten in der Nacht um 06:00 Uhr betraten wir bei gedaempften Lichte den Camino und waren uns sicher deutlich vor den „Anderen“ das Tagesziel zu erreichen. Auf dem Weg zum Atlantik gibt es leider nur noch eine einzige Herberge, 30 km vor Finisterre, aber wir waren ja in der Pole-Position….. ! Leider nur fuer ca. 2 Stunden, denn ein ganzer Pulk von Pilgern aus den Alpen-Republiken zog mit leichten Schritten in einem erneuten Eukalyptus-Waeldchen an uns vorbei. „Das war ja wohl nix mit dem fruehen Aufstehen“ grinste uns eine oesterreichische Bergziege beim erbarmungslosen Ueberholen von der Seite an. Weiterhin kein Grund fuer uns zur Unruhe, da ja doch noch ein paar Betten zu ergattern waren. Leider wurden wir im Laufe des Tages dann aber wiederholt noch von anderen top fitten Jakobspilgern ueberrannt, so dass die Anzahl der Pilger die vor uns liefen schon deutlich die Betten in der avisierten Herberge ueberstiegen. Unser Alternativplan fuehrte uns jenseits der offiziellen Strecke ans Ende der Welt nach 9 1/2 Std. und 33 huegeligen Tageskilometern ins „wunderschoene“ Mazaricos. Eigentlich logisch, dass das einzige Hotel am Ort ausgebucht war. Gluecklicherweise vermittelte das freundliche Personal der

Casa Jurjo

uns an eine private Vermieterin und wir haben endlich eine (zugegebenermassen barocke) Uebernachtungsmoeglichkeit. Der heutige Tag war wieder brutal heiss. Temperaturen ueber 30 Grad gibt es hier manchmal sogar im Hochsommer nicht ….

Zum Abschluss noch ein paar Impressionen vom heutigen Tage:

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Zur besseren Orientierung wo wir uns ueberhaupt momentan aufhalten hier noch ein Karten-Link.

Verfasst von: caminopilger | 29. Mai 2009

Wer zu spaet kommt …

Fotonachtrag :-)

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Unser erster gemeinsamer Tag auf dem Jakobsweg nach 11 Monaten!

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in einer faszinierenden Naturkulisse

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Wer zu spaet kommt den bestraft das Pilgerleben. Haben nach Carstens gestriger Ankunft ein wenig zu sehr getrudelt. Die 25 km lange Strecke (6 1/2 Std. Dauer mit 2 Pausen) fuehrte uns ueberwiegend durch herrliche Eukalyptuswaelder und verleitete zum Verweilen und Bummeln mit dem unerfreulichen Ergebnis, dass die Herberge in Negreira auf dem Weg nach Muxia fuer uns kein Bett mehr frei hatte. Ganz toll, wenn MANN dann bei dieser Bullenhitze (um 18:00 Uhr: sage und schreibe 32 Grad) noch nach einer Alternative Ausschau halten muss.
Gluecklicherweise gelang das relativ flott und nun logieren wir im „besten“ 2 Sterne Hotel der Stadt, dem

Hotel Tamara.

Eigene Fotos kann ich heute leider auch keine hochladen, da der PC im oertlichen Videoladen sich als besonders biestig erweist und mein Cardreader keinen Naehrboden laesst.
Ansonsten geht es uns Dreien sehr gut. Die heutige Strecke hat uns nicht vor unloesbare Aufgaben gestellt, Schuhe und Fuesse hielten und so gehen wir den morgigen Tag mit einer 33 km langen Tagesstrecke positiv an. Dort wird die Infrastruktur noch ein wenig magerer als heute sein. Wir werden unseren Vorrat an Getraenken und Nahrung gleich wieder auffuellen um bei diesen Temperaturen halbwegs klar zu kommen.
Auf der heutigen Etappe habe ich beispielsweise 6 Liter Fluessigkeit zu mir genommen!

Anbei zumindest ein Foto aus dem WWW, das den Ortseingang unseres heutigen Tagesziels zeigt.

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Verfasst von: caminopilger | 28. Mai 2009

Rucksack Touristen in Santiago de Compostela

Welch eigenartiges Gefuehl. Noch nix geleistet und schon am Ziel vieler Pigertraeume in Santiago de Compostela angekommen. Ryanair machts moeglich und so schlenderten wir heute morgen bereits um 10:00 Uhr auf dem farbenpraechtigen Markt in der Altstadt von Santiago. Wir, das sind immer noch Jesus&me, da unser Navigator Carsten ja bekanntermassen spaeter am Abend eintrudelt. Konnte mich auf dem Markt naturgemaess schlecht zurueckhalten und habe 1/2 kg Kirschen, zuckersuesse grosse Nektarinen und roten Paprika zum Ausgleich des gestrigen Tages in das Einkaufskoerbchen gehieft. Hoert sich alles fuerchterlich nach miefigem Tourismus oder freundlicher ausgedrueckt, normalem Urlaubsleben an. Moechte, dass der Schweiss morgen bei 30 Grad rinnt und wir unsere Allerwertesten ueber die Piste schleppen. Der heutige Tag hat noch rein gar nichts mit dem Pilgern zu tuen. Schaun mer mal, ob es morgen Abend interessanteres zu berichten gibt ….. . Morgen wartet eine erste Tagesetappe in Richtung Finisterre ueber 30 km auf die heiligen Drei Koenige. Blasen, oder keine Blasen, so lautet die morgige Gretchen-Frage!

Nachtrag 17:00 Uhr:
Santiago kocht ueber! Die Temperaturen steigen zum spaeten Nachmittag bestaendig an. Habe bereits zum 2ten Mal mit LSF50 nachgeoelt damit mir die Pelle nicht schon am ersten Tag verbrennt. Ansonsten gefaellt mir das Warten nicht all zu gut. Jesus liegt wie ein Murmeltier in der Hasengrube und haelt seit Stunden den Schlaf des Gerechten. Ich kann das nicht. Sind das die Nachwehen der letzten gemeinsamen Nacht im

Blue Shell?

Frage mich in der Tat, wer 1977 und wer 1964 geboren wurde :-)

Manche Menschen behaupten, dass ich mir mitunter zu viele Gedanken mache und ja gewiss die Zeit der Untaetigkeit bewegt meine Gehirnstroeme. Fragen meines Sohnes via elektronischer Nachricht nach dem Passwort unserer FritzBox fuehren mich fuer Minuten wieder in die Heimat. Ich laufe im Schatten der Kathedrale umher, geniesse das Flair, die bekannten Gesichter der huebschen Spanierinnen in den Cafes ;-) und erfreue mich an der Freude der Pilger die heute ihren Weg beendet haben. Ein klein wenig ist das schon wie nach Hause kommen. Man hat diese Stadt und den Charme der Menschen als Caminopilger liebgewonnen. Dennoch wird es Zeit, dass wir aufbrechen. Aufbrechen zu neuen Ufern, die meine Fussabdruecke noch nicht gesehen haben. Soeben erhalte ich vom Flughafen eine SMS Carsten ist gelandet, schoen nun werden wir in wenigen Minuten wieder vereint sein und unser Navigator seinen Zeitplan der diesjaehrigen Pilgerreise vorstellen koennen. Ich schreibe Tobias in aller Kuerze wie er sein neues MacBook ins WLAN integriert und konzentriere mich jetzt wieder auf meinen Weg, der heute und sicherlich auch kuenftig nicht immer eben sein wird.

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Downloadmoeglichkeit der Fotos in Originalgroesse ueber das Anklicken in der Gallerie:

Verfasst von: caminopilger | 27. Mai 2009

Wiedersehen am Dom

Welch schöner Kontrast zu der Gefühlslage des Morgens…. Habe Jesus wieder bei mir und damit das Caminogefühl des vergangenen Jahres einverleibt bekommen. Nachdem unsere Mäger im Maredo am Kölner Dom befriedigt wurden widmen wir uns einer unbekannten Rockband namens


Submarien

und besuchen deren Konzert im Kölner „Blue Shell“. Independent Rock Musik ist angesagt. Da unser Bus ja erst um 02:15 Uhr in der Nacht abfährt können wir diesen musikalischen Camino-Exkurs locker verkraften. Jesus schenk mir Kraft!CIMG0040

Nachtrag: 2 Fotos vom Konzert, das uns gut gefallen hat.

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Anbei noch der fotografische Beleg dafür, dass der Jakobsweg in diesem Jahr in der Tat in Mönchengladbach für mich gleich um die Ecke begann … .

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Verfasst von: caminopilger | 27. Mai 2009

Ich bin dann mal weg Volume 2

Nun stehe ich da vor dem beruflichen Hause und sehe irgendwie so aus als ob ich nicht genau weiß ob ich im hier und jetzt tatsächlich zum Pilgern tauge. Der Caminopilger an sich sah im letzten Jahr an der Oberfläche wesentlich entschlossener aus. Aufräumen, Sortieren, zu sich Selbst finden, gesund werden, gestärkt aus dem Weg hervorgehen, was auch immer der spirituelle Mensch mit seinem Weg assoziiert wird er in Perfektion und Reinkultur nicht immer auf dem Jakobsweg finden. Der Camino wird für die Sehnsüchtigen immer eine Insel bleiben ohne die Realitäten und Aufgaben des emotionalen Alltags verdrängen zu können. Was bleibt ist der tiefe Wunsch frische Luft zu tanken und die Pilgerfreundschaft zu Carsten und Jesus zu vertiefen und andere interessante Menschen auf dem Jakobsweg kennen zu lernen.
Buen Camino allerseits.

Der Mensch will immer, dass alles anders wird, und gleichzeitig will er, dass alles beim alten bleibt.
- Paulo Coelho, Der Dämon und Fräulein Prym

Verfasst von: caminopilger | 26. Mai 2009

Pilger Fahrplan

Morgen geht es los! Das straffe Zeitfenster öffnet sich gegen 16:00 Uhr mit dem Verlassen der Dienststelle. Per pedes geht es über die Jakobshöhe zum Mönchengladbacher Hauptbahnhof. Nach dem Ticketkauf sollte ich im richtigen Zug sitzen, der mich in die verbotene Stadt Colonia befördert. Habe mir zur Feier des Tages überlegt das Fohlendress waghalsig zu tragen. Haue sollte ich als ordentlicher Caminopilger doch hoffentlich nicht dafür erhalten, oder? Gegen Abend treffe ich in der Kölner Südstadt auf Jesus, der eigens aus Heilbronn anreist um in der Nacht gegen 02:30 gemeinsam mit mir die Busfahrt zum ehemaligen Militär-Flughafen Frankfurt/Hahn anzutreten. Um 06:45 Uhr heben wir dann endlich in Richtung Santiago ab. Und spätestens in dem Moment des Betretens galizischen Bodens beginnt unser diesjähriges Camino-Abenteuer! Ich hoffe, dass unser Gemüt und die Infrastruktur es zulassen an dieser Stelle in Worten und Bildern ein wenig von dem Zauber des Caminos nach NRW, Baden (Juist), Württemberg, Niedersachsen, Bayern, Israel, Bulgarien, England und sonstige weit verzweigte Winkel dieser schönen Erde zu transportieren. In dieser Aufstellung dürfen die Mönchengladbacher Stadtteile Venn und Rheydt sicherlich besondere Erwähnung finden. ;-)

Manchmal
muss man sich die Zeit
selbst
schenken.

Verfasst von: caminopilger | 25. Mai 2009

Forty Five Life

45 Minuten hat ein Fußballspiel,
45er Singles (Schallplatten) habe ich noch heute von den Helden meiner Jugend

The Sweet

in den Schränken.

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Hab mal in der „Numerologie“ (sicherlich keine empirische Wissenschaft ;-) ) nachgeschaut …

Die Zahl 4

ist sehr weltlich verankert, sie ist dominiert von logischen und praktischen Denken. Da die 4 den Verstand verkörpert, ist jemand bei dem die 4 häufig auftritt stark von seinem Intellekt beherrscht, oft geht es soweit, dass Gefühle verdrängt oder nicht beachtet werden. Bei einer sehr starken 4 kann man nicht erwarten auf viel Phantasie oder abstraktes Denken zu stoßen.

Die Zahl 5

steht für Menschlichkeit und steht auch in Verbindung mit Spiritualität.. Menschen bei denen die 5 stark vertreten ist wissen meist ganz genau als was sie sich, in Glaubensfragen, ansehen. Des weiteren lassen sie es sich oft gut gehen und bevorzugen die schönen Dinge des Lebens, sind aber auch an der Erweiterung des Wissens ist die 5 ständig interessiert. Toleranz und ein gutes Gespür für seine Umgebung legt die 5 auch an den Tag.

Finde mich nicht in allen Facetten richtig in der „Numerologie“ wiedergegeben, erkläre mir DAS mit klassischen Fehleinschätzungen der Alltagspsychologie….
Mag mir diese Zahl so oder so gar nicht weiter anschauen wollen. Forty Five Life, ich bin endgültig auf der Überholspur des Lebens angekommen, auch wenn ich genau DAS manchmal verdränge …. .
Mit 45 darf Mann übrigens das erste Mal zur Prostata-Vorsorgeuntersuchung. Und das ist gut so.

So oft
kennen wir
nur eine Seite,
die stachelige.

Verfasst von: caminopilger | 24. Mai 2009

Die Zwei Italiener

Die Zwei Italiener waren für mich im letzten Jahr Ansporn, Parabel und Unterhaltung zugleich. 2,05 m und 1,60 m Körperhöhe. Der EINE schien in den Himmel zu ragen, der ANDERE wuchs in den Boden. So sah es jedenfalls aus, soweit MANN hinter den beiden pilgerte. Wobei der „kleinere“ deutlich der Zähere von beiden war, was man schon dem Umstand entnehmen darf, dass er Tag für Tag ein 5-Mann-Zelt auf dem Rücken trug.

2-Italiener-A

Die Zwei waren im Übrigen auch auch im Hinblick auf ihre Emotionalität grundverschieden. Der größere war nahezu ein Stoiker, sein Pilgerkumpel ein fußballbegeisterter Vulkan auf zwei Beinen. Vielleicht stehen die Beiden symbolisch betrachtet, für die Erkenntnis, dass im Leben sehr häufig grundverschiedene Dinge, Eigenschaften und Menschen besser zusammenpassen als es an der Oberfläche den Anschein hat.

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Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber man muß es vorwärts leben.
- Sören Kierkegaard

Verfasst von: caminopilger | 23. Mai 2009

Sternenhimmel und Klassenerhalt

A Hundred Million Suns sieht man nur alle 8 (in Worten: Acht) Jahre am sternenklaren Himmel. So geschehen in der letzten Nacht in Frankfurt. Ein wunderschönes Konzerterlebnis mit Snow Patrol und den Klassikern Open Your Eyes, Shut Your Eyes und natürlich Chasing Cars.

frankfurt

Habe allerdings festgestellt, dass Frankfurt NICht ganz um die Ecke liegt. Trotz eines rasanten Fluges mit meinem Raumschiff waren der große und der kleine Hase schon zu Schlafe gegangen als ich wieder in meinem Vorgarten stand.

Mit einigen Ermüdungserscheinungen wurde dann heute Nachmittag im Borussia-Park der Klassenerhalt gefeiert. Obwohl Mönchengladbach den Jakobsweg fussballerisch zu einem guten Ende gebracht hat, war ich nicht in der ersten Reihe der jubelnden VFL-Enthusiasten. So viele Wechselbäder der Gefühle, holprige Wege und Hindernisse haben Spuren bei mir im Fußballtempel hinterlassen. An so manchem Kicker-Wochenende sah es sogar so aus, alls gäbs kein Morgen mehr.

Ich glaub, es wird langsam Zeit, dass ich meine Stiefel wieder in Santiago schnüren darf und mich auf das Überschaubare im Leben eines Caminopilgers konzentriere. Pilgern, Essen und Schlafen. Aufstehen, Pilgern, Essen und Schlafen. Alles auf dem Jakobsweg. In Echt und in Farbe, auch wenn es in diesem Jahr ein wenig zu kurz ist IST es…. Herrlich!

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Mensch sein bedeutet, Zweifel zu haben und dennoch seinen Weg fortzusetzen.
- Paulo Coelho, Brida

Verfasst von: caminopilger | 22. Mai 2009

Flickschusterei

Man könnte bald annehmen, dass Caminopilger Schuhfetischisten sind. Wieder ein Blogeintrag der sich um das Leder an den Füßen der Pilger kümmert. „Halten die Schuhe, drücken die Schuhe, müffeln die Schuhe?“ Kein Ausrüstungsgegenstand steht auf dem Camino mehr im täglichen Fokus. Carstens Schuhwerk hielt im letzten Jahr übrigens nicht. Allerdings hatten die antiken Stiefel vor dem Camino bereits australische Outbacks betreten. 100 km vor Santiago löste sich der Kleber und damit auch die Sohlen unter Carstens Stiefeln. Das Foto hält verzweifelte Reparaturversuche mit silbernem Panzerband fest. Letztendlich waren diese Bemühungen sogar von Erfolg gekrönt, da Carsten mit seinen Moonraker-Boots Santiago de Compostela erreichte.

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Hier eine kleine Dokumentation der auf dem Camino vergessenen oder schlichtweg auch entsorgten Stiefel. Carsten hingegen hat seine geliebten Boots wieder mit in die Heimat genommen.

There is a difference between knowing the path and walking the path.
Morpheus – The Matrix

Happy Birthday 2u Kate :-)

Verfasst von: caminopilger | 21. Mai 2009

Vatertag und Caminopilger

Passt überhaupt nicht zusammen. Ist wie Mac Donalds u. Burger King, Himmel u. Hölle, Nord- u. Südpol. Nein, brauche wahrlich kein Alibi fürs Saufen und mache ganz einfach NICht mit. Verschiebe meinen Feiertag auf den morgigen Tag und schaue mir das

Snow Patrol

Konzert in der hessischen Hauptstadt an. Die Seelenstreichler aus Irland/Schottland werden A Hundred Million Suns

snowpatrol

im Gepäck haben. Freue mich tierisch drauf!
Als der erste Männergesangsverein heute Morgen gröhlend im Karnevals-Outfit die Bierflaschen schwenkte war es höchste Zeit zu verschwinden. Habe mir eine meiner Lieblingsseelen geschnappt und mich mit ihr in die Wälder verzogen. Das weibliche Lebewesen hört auf den Namen „Conny“ und ist unsere 10 jährige Labradorhündin. Altersbedingt funktionieren ihre Gelenke nicht mehr ganz so prächtig und vielleicht sogar aus diesem Grunde genieße ich jeden Moment im Hinblick auf ihr Lebensende hin. Mal ehrlich, wer gibt gerne freiwillig das her, was ER/Sie so sehr liebt.

Und es gilt bei allem, jeden Augenblick so auszukosten, als wäre es der letzte.
- Paulo Coelho, Sei wie ein Fluß, der still die Nacht durchströmt

Verfasst von: caminopilger | 19. Mai 2009

Boots Volume Two

9 Tage vor dem Abflug pulsiert das Blut in den Stiefeln.
Es liegt nicht an der jungfräulichen Freude auf den baldigen Beginn des zweiten Caminos. Nein, es ist ganz anders ….. ich habe 11 Monate nach dem Verlassen der Kathedrale in Santiago de Compostela meine Lowa Trekker Boots das erste Mal angezogen und habe das Gefühl Metallklötze verpasst zu bekommen, die mir jegliches Blut in den unteren Gefilden abschnüren. Bin kein Wintersportler, habe aber vom ersten Eindruck her nahezu die Betonstiefel eines Ski-Springers an den Füßen kleben. Vielleicht kennt man es vergleichsweise auch von unserer heiß geliebten Eiskunstlaufhalle in Grefrath. Ja, das passt wie Faust auf Auge! Nach 3 Stunden in den verfärbten bläulichen Leih-Kufenschuhen verändern sich die untersten Extremitäten genauso matschig.
Verdammte Harke, sollte ich da schon mit dem verspäteten Einlaufen der Schuhe den entscheidenden Fehler begangen haben? Nichts genaues weiß MANN. :-(

Man kann ruhig etwas Falsches anfangen. Wenn man behutsam weitermacht, kann man es steuern, und es wird richtig.
Sten Nadolny, Netzkarte

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